Vom „Blöden Knödel“ zum prämierten Dämmstoff

Warum Seegras herkömmlichen Dämmaterialien den Rang ablaufen könnte!

NeptuTherm - Neptunbälle am StrandNeptuTherm - NeptunballNeptuTherm - FassadendämmungNeptuTherm - Innendämmung
© Prof. Richard Meier / NeptuTherm

(mt) Ein Abfallprodukt aus der Natur, einen Professor für Architektur und Denkmalpflege im Ruhestand und einen Spanienurlaub – mehr braucht die Erfolgsgeschichte von NeptuTherm® nicht. NeptuTherm®, das ist ein Dämmstoff, der zu 100% aus Knäuel abgestorbenen Seegrases, in Fachkreisen Posidonia oceanica genannt, besteht, die jahrein jahraus an die Küsten vieler Länder gespült werden. So auch in Spanien. Dort fielen sie Prof. Richard Meier, Dipl.-Ing. Architekt, früher Professor für Architektur und Denkmalpflege an der SRH Hochschule Heidelberg, ins Auge. Richtiges Interesse stellte sich bei ihm, wie er in einem Radio-Interview des Senders SWR 2 aus dem Jahr 2013 berichtete, allerdings erst dann ein, als er folgenden Kommentar eines Freundes hörte: „Die Blöden Knödel kann man ja noch nicht mal nehmen zum Anzünden vom Kamin, die brennen ja nicht.“ Eine Idee wurde geboren. 

Zusammen mit dem Frauenhofer Institut für Bauphysik untersuchte Prof. Meier das Abfallprodukt hinsichtlich Dämmqualität, Brennbarkeit und Schimmelresistenz. In allen Kategorien erwiesen sich die Seegrasknäuele als schlichtweg überzeugend und so unternahm Prof. Meier die entscheidenden Schritte, um aus abgestorbenem Seegras am Strand, verarbeitbare Dämmwolle zu machen. Die bauaufsichtliche Erstzulassung bekam NeptuTherm® im Jahr 2011, weitere Verarbeitungszulassungen nur ein Jahr später. Mittlerweile konnte der Kleinunternehmer etliche Preise für sein Produkt einheimsen und die Nachfrage steigt.

Die harten Fakten, die man Presseerklärungen und Homepage entnehmen kann, sprechen für sich:

  • NeptuTherm® eignet sich für alle Dämmvorhaben in Neu- oder Altbau
  • einfache Verbringung durch Stopfen, Schütten oder Einblasen
  • der Dämmwert liegt nach neuesten Zahlen bei 0,0386 bis 0,0388 W/mk
  • mit einem Wert von 2.502 kJ/kgK erreicht NeptuTherm® einen besseren Hitzeschutz als die führenden Produkte
  • die gesetzlichen Anforderungen an Brandschutz und Schimmelresistenz werden bereits ohne Beigabe von Zusatzstoffen erreicht
  • der Dämmstoff ist frei von „gesundheitlich bedenklichen Emissionen und Inhaltsstoffen“
  • die Produktion von NeptuTherm® benötigt mit 50 kWh/m3 deutlich weniger Energie als andere vergleichbare Produkte
  • als reines Naturprodukt ist NeptuTherm® nachhaltig und einfach in Entsorgung und Wiederverwertung

Das natur- wie verbrauchernahe Konzept scheint zu stimmen. Gerade auch der private Bauherr, der selbst mit anpackt, dürfte von der einfachen Verarbeitung dieses Produkts angetan sein. Im Zweifelsfall erhält er eine anschauliche Anleitung direkt von der Baustelle in Form eines Videos, von Prof. Meier selbst auf youtube veröffentlicht.

Und die Geschichte geht weiter, denn die Entwicklung einer NeptuTherm-Dämmplatte ist in Planung. Man darf gespannt sein, was Prof. Meier mit seinem Karlsruher Unternehmen noch alles aus seinem ökologischen Hut zaubern wird.

Mehr Informationen zu den Dämmstoff-Knäuel aus dem Meer gibt es im Internet unter http://www.NeptuTherm.com