Frischluft kann viel Geld kosten

Versicherung muss bei gekipptem Fenster während des Urlaubs nichts ersetzen Frischluftfreunde sollten sich in Zukunft etwas zurückhalten und nicht während ihres Urlaubs zu Hause ein Fenster gekippt lassen. Kommt es nämlich zu einem Einbruch durch dieses leicht geöffnete Fenster, so muss die Hausratversicherung nicht für den Schaden aufkommen (Oberlandesgericht Frankfurt, Aktenzeichen 7 U 64/96).

Der Fall: Ein Wohnungsbesitzer war in den Urlaub gefahren und hatte während der gesamten Zeit eines seiner Fenster in der Kippstellung gelassen. Er vertrat die Ansicht, nur so werde die Wohnung ausreichend belüftet. Schließlich wolle er sich nach seiner Rückkehr nicht in absolut stickigen, muffigen Räumen aufhalten. Daran hätte sich wohl auch niemand gestört, wäre nicht während dieses Urlaubs in der Wohnung eingebrochen worden. Der Besitzer wandte sich nach der Feststellung des Schadens an seine Versicherung und forderte von ihr den Betrag für die gestohlene Ware. Das Unternehmen verweigerte aber die Leistung - mit der Begründung, der Mann sei selber schuld, wenn er sich dermaßen leichtsinnig verhalte und den Dieben die Arbeit erheblich erleichtere. 

Das Urteil: In letzter Instanz entschied ein Zivilsenat des Frankfurter Oberlandesgerichts, dass die Hausratversicherung mit ihrer Meinung richtig liege. Ein Wohnungsbesitzer dürfe nicht das Risiko eingehen, über etliche Tage seiner Abwesenheit hinweg ein Fenster gekippt zu lassen. Dieses Verhalten sei grob fahrlässig. Der Gemeinschaft der Versicherten sei es daher nicht zuzumuten, dafür Schadenersatz zu leisten. Großzügiger sieht es die deutsche Rechtsprechung übrigens, wenn jemand seine Wohnung oder sein Haus nur für einen Spaziergang verlässt und dabei ein Fenster gekippt hat. Bei solchen Fällen muss die Versicherung in der Regel vollen Schadenersatz leisten.

(Quelle: LBS)