Holzfenster - Auf was kommt es an?

Bei der Auswahl neuer Fenster für Gebäude sollten Materialkombinationen mit erhöhter Aufmerksamkeit betrachtet werden. Werden Holzfenster beispielsweise mit Aluminiumelementen ergänzt, werden die Nachteile beider Materialien über dessen Vorteile ausgeglichen und besonders gute Werte erzielt. Wir erläutern, warum es sich lohnt zu Holz-Alu-Fenstern zu greifen und welche Faktoren beim Kauf zu beachten sind.

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Holzfenster – Bedeutung der Materialkombination

Ob ein Fenster gut isoliert, vor Lärm schützt und ein Haus sichert, lässt sich über verschiedene Kennzahlen feststellen. Beim Vergleichen von verschiedenen Produkten und Herstellern, sollten die wichtigsten Werte bekannt sein. Nachfolgend drei entscheidende Produktkriterien:

 

  1. U-Wert
  2. Rw-Wert
  3. Widerstandsklasse

Der U-Wert

Der sogenannte U-Wert bezeichnet den Wärmedurchgangskoeffizient und  gibt Aufschluss über den Energieverlust von Fenstern. Der Wert sollte möglichst niedrig sein, um von Dämmvorteilen zu profitieren. Die früher verwendeten Einscheiben-fenster verfügten über einen Wert von 5,0 W/m2K. Bei luftgefüllter Doppelverglasung, derartige Fenster wurden bis 1995 eingesetzt, lag der Wert bei 3,0 W/m2K. Alternativem mit zwei Scheiben, luftdichtem Verbund, Silberbeschichtung und Edelgasfüllung weisen einen Wert von weniger als 2,0 W/m2K auf. Moderne Wärmeschutzfenster mit Drei-Scheiben-Verglasung schaffen noch mehr. Auf der Internetseite zur Energieberatung von RWE wird erklärt: „Energiesparfenster bzw. Wärmeschutzgläser im Passivhaus-Standard erreichen einen Uw-Wert von unter 0,8 W/m2K. Sie weisen meist eine größere Profilbreite auf.“ Die aktuellste Innovation sind Vakuum-Glasverbund-Fenster. Allerdings sind sie noch nicht für alle Fenster-Varianten erhältlich.

Einige Hersteller haben ihr Sortiment nachhaltig optimiert, um ein Maximum an Energieeffizienz zu erreichen und damit energiebewusste Verbraucher zu überzeugen. In Hinblick auf den U-Wert sind die Holzfenster von Rekord erwähnenswert, einem Familienbetrieb mit Sitz in Dägeling in Schleswig-Holstein. Dessen Holz-Alu-Fenster mit 3-fach-Verglasung erzielen sogar einen Wert von 0,5 W/m2K. Gegenüber der Einfachverglasung ergibt sich daraus eine 85 Prozent bessere Wärmedämmung. Zudem liegt der Wert unter den Anforderungen der Energieeinsparverordnung.

Der Rw-Wert

Der Rw-Wert weist auf den Schallschutz eines Fensters hin. Empfehlenswert ist ein Rw-Wert von 27 Dezibel (dB). Liegt der Wert darunter, sollte ein anderes Fenster gewählt werden. Je höher der Rw-Wert, desto weniger Schall kann über die Fenster von außen in den Wohnraum eindringen.

Widerstandklassen

Die Widerstandsklasse betrifft die Stabilität und ist in Bezug auf den Einbruchschutz elementar. Unter Klasse 2 sollten Fenster nicht liegen. Alles was darüber liegt, wäre besser geeignet. Der Tabelle können die Widerstandsklassen und dessen Definition entnommen werden:

Widerstandsklasse

Definition

RC 1 N

Bauteile mit geringem / begrenzten Grundschutz gegenüber Aufbruchversuchen. Nicht geeignet in ebenerdigen Stockwerken.

RC 2 N

Grundschutz für Aufbruchversuche mit einfachen Werkzeugen.

RC 2

Aufhebeln mit einfachen Werkzeugen wird für mindestens drei Minuten verhindert.

RC 3

Aufhebeln ist erschwert. Diese Fenster müssen mindestens fünf Minuten standhalten, bevor ein Einbruch Erfolg hat.

RC 4

Widerstand bei erfahrenen Kriminellen mit schweren Werkzeugen.

RC 5

Widerstand gegen Elektrogeräte wie Winkelschleifer oder Bohrmaschinen.

RC 6

Höchste Widerstandsklasse. Widerstand auch bei leistungsstarken Gerätschaften.

 

Holz-Alu-Fenster – Vor- und Nachteile

Qualität, Funktionalität, energetische Werte und Langlebigkeit von Fenstern werden von den verwendeten Materialien direkt beeinflusst. Problematisch bei der Verarbeitung ist die Tatsache, dass generell jedes Material neben Vorteilen auch Nachteile mit sich bringt. Dank Materialkombinationen ergeben sich markante Fenstersysteme, nahezu frei von Nachteilen. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Holz-Alu-Fenster. Die wichtigsten Vorteile sind:

  • erhöhte Stabilität
  • pflegeleicht
  • optimierte Dämmeigenschaften
  • angenehmes Wohnklima
  • langlebig
  • große Designvielfalt
  • gute Energiebilanz
  • hohe Witterungsbeständigkeit
  • erhöhte Sicherheit

Viele moderne Holzfenster sind mit pulverbeschichteten Aluminium-Rahmen sowie verschleißfreien Beschlägen ausgerüstet. Holz-Alu-Modelle gewährleisten in Innenräumen wohnliche Optiken während die Wetterseite von robustem Aluminium geprägt ist. Sie verbinden die Vorteile von zwei exklusiven Baustoffen und sorgen damit für ein Höchstmaß an Energieeffizienz. Sowohl Rahmen als auch Beschläge wirken sich massiv auf die Energiebilanz aus. Die Beschläge verbinden Flügel und Rahmen zuverlässig miteinander, ergänzende Dichtungssysteme beugen Wärmeverlusten vor. Bei Holz-Alu-Fenstern wird die geringe Wärmeleitfähigkeit von Holz genutzt, um optimale Wärmedämmwerte zu erreichen.  

Nachteilig an Holz-Alu-Fenstern kann der Lärmschutz sein. Dieser lässt je nach Modell und Konstruktion zu wünschen übrig. Deshalb ist es wichtig den Rw-Wert in die Kaufentscheidung einzubeziehen. Ein weiterer negativer Aspekt ist der Preis. Holz-Alu-Fenster sind nicht die günstigsten Fenster am Markt. Für ein 3-fach verglastes Holzfenster aus Kiefernholz sollten bei einer Größe von 100x100 Zentimeter beispielsweise mindestens 600 Euro kalkuliert werden. Der konkrete Preis hängt unter anderem vom verwenden Holz ab. Die günstigste Variante ist Kiefernholz. Am teuersten dagegen Eichenholz. Darüber hinaus sind Holz-Alu-Fenster mit Buchen-, Pinien-, Lärchen- Fichten- und Merantiholz verfügbar. Wegen der Langlebigkeit und energetischen Vorteile relativiert sich der Anschaffungspreis jedoch schnell. Um die Kosten zu senken, sollten Informationen zu staatlichen Fördermaßnahmen eingeholt werden. Bei modernen Holz-Alu-Fenster mit Dreifachverglasung kann bei der Modernisierung von Bestandsgebäuden eine Förderung in Anspruch genommen werden. Zehn Prozent der Modernisierungskosten sind im Rahmen des KfW-Programms 430 für energieeffizientes Sanieren möglich. Entscheidend ist, dass der Förderantrag vor Beginn der Baumaßnahme erfolgt und ein Energieberater den Fensteraustausch beaufsichtigt.