Gegen Pfusch am Bau: Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren hilf...

Viele Fehler passieren beim Einbau von Fenstern und Haustüren – Grund genug für die Hersteller dieser Bauelemente, dem Pfusch mit einer aufwändigen Gütesicherung den Kampf anzusagen.

Pfusch am Bau ist immer ein Ärgernis für alle Beteiligten: Für den Bauherren, aber auch für die ausführende Baufirma. Denn er verursacht in Deutschland hohe Schäden, die im Einzelfall die Existenz eines Handwerksbetriebs bedrohen können. Laut dem jüngsten Bericht der Prüforganisation Dekra entstehen jährlich 1,4 Milliarden Euro an Kosten für die Beseitigung von Mängeln im Wohnungsbau. Viele Fehler passieren laut Dekra beim Einbau von Fenstern und Haustüren – Grund genug für die Hersteller dieser Bauelemente, dem Pfusch mit einer aufwändigen Gütesicherung den Kampf anzusagen.

„Das beste Fenster nützt nichts, wenn es nicht fachgerecht eingebaut wird“, sagt der Vorsitzende der Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren, Bernhard Helbing. Und tatsächlich ist auf dem Bau nur selten das Material fehlerhaft, meist ist es die Montage. Viele Baumängel sind mit guter Planung zu verhindern. Denn an der Maueröffnung für das Fenster treffen sich bis zu sechs verschiedene Gewerke, die fachgerecht zusammenwirken müssen. Auch bauphysikalisch will die Fenstermontage vorausschauend geplant sein: Oft werden die Fenster für feuchte Wände verantwortlich gemacht, obwohl die Ursache in der mangelhaften Abdichtung des Neubaus zum Erdreich zu suchen ist.

Die Gütegemeinschaft, ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 200 Fensterherstellern, organisiert deshalb Schulungen für Montagefirmen und informiert mit einem schriftlichen Leitfaden zur Planung und Ausführung der Fenstermontage über die Regeln der Technik. „Die Verantwortung, die ein Fensterhersteller für sein Produkt übernimmt, sollte nicht am Werkstor enden“, sagt Helbing.

Die zusätzliche Sicherheit für Bauherren und Handwerker lassen sich die Mitglieder der Gütegemeinschaft einiges kosten: „Wer es mit der Güteüberwachung ernst nimmt, investiert jährlich bis zu fünfstellige Beträge in sein Qualitätsmanagement“, rechnet Helbing, der selbst eine Fensterfabrik führt. Prüfstände müssen angeschafft und Mitarbeiter für die Qualitätskontrolle aus- und weitergebildet werden. „Fenster haben viele Funktionen und sind so komplex, dass ein Laie ihre Qualität mit bloßem Auge nicht beurteilen kann“, warnt Helbing.

Sichtbares Zeichen für Fenster, die von der Wareneingangskontrolle der Einzelteile bis zum fachgerechten Anschluss an den Baukörper allen Anforderungen genügen, ist das RAL-Gütezeichen Fenster und Haustüren, das es für alle Rahmenmaterialien gibt. Die Institution RAL spielt am Bau mit insgesamt rund 70 Gütegemeinschaften eine wichtige Rolle. Verbraucher finden das Gütezeichen als Aufkleber auf den Produkten.

Weitere Informationen zur Gütesicherung gibt es unter www.window.de und unter www.ral.de