Kindgerechtes Wohnen in den eigenen vier Wänden

Eine längerfristige und strategische Planung ist beim Immobilienerwerb unerlässlich. Das gilt im besonderen für junge Paare, die Nachwuchs erwarten. Worauf sollten künftige Eltern beim Kauf einer Immobilie achten? Als Orientierungshilfe haben Fachleute eine Checkliste für junge Familien entwickelt, die entscheidende Kriterien erfasst – vom Weg zum Arbeitsplatz über mögliche Raumveränderungen nach dem Auszug des Kindes bis zur Nähe zum Kindergarten, Schule, Arzt und Supermarkt. Neben Lage und Infrastruktur wird auch ein sparsamer Energieverbrauch immer wichtiger: Je weniger Kosten hierbei entstehen, desto mehr Geld kann für den Nachwuchs ausgegeben und in dessen Zukunft investiert werden. Paare mit kleinen Kindern brauchen mehr als attraktiven Wohnraum – auch die Umgebung muss passen. Die komplette „Checkliste für Qualitätsimmobilien“ steht im Internet unter: www.LBS.de/richtig-bauen.

Das schönste Haus nutzt wenig, wenn die jungen Eltern nach der Geburt feststellen müssen, dass die Umgebung ihrem Kind nicht gerecht wird. Das Wohnumfeld, also Lage und Infrastruktur, sollten deshalb bei der Planung genau unter die Lupe genommen werden. So kann die Wiese vor der Haustür schon morgen Bauland sein. Um Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt sich ein Blick in den örtlichen Bebauungsplan.

Oftmals ist es der Wunsch vieler Eltern, dass der eigene Nachwuchs nicht den Gefahren ausgesetzt wird, die beispielsweise in einer Großstadt zu finden sind - vielbefahrene Straßen, Abgase, Lärm.
Die neue Immobilie wird im Grünen gebaut oder gekauft, doch ein langer oder umständlicher Weg zu Kindergarten, Arzt oder Schule wird für Eltern und Kinder schnell zur Tortur.

Bei der Standortwahl sollte die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr in die Überlegungen einbezogen werden. Nicht alle Eltern möchten ständig Chauffeur ihrer Kinder sein. Sie sollten sich vor dem Bau oder Kauf einer Immobilie deshalb fragen: Kann das Kind mit Bus oder Zug zur Schule fahren? Oder eventuell sogar zu Fuß gehen oder radeln? Erreicht es leicht Freizeitangebote?

Für das Familienleben spielt auch die Entfernung zum Arbeitsplatz eine wichtige Rolle: Wer jeden Tag über längere Strecken zum Job pendeln muss, verliert wertvolle Zeit, die mit den Sprösslingen verbracht werden könnte. Ein Stück Lebensqualität geht verloren.
Doch noch etwas spricht für die Nähe der Immobilie zum Arbeitsplatz: Je kürzer die Wege, desto geringer die Fahrtkosten. Ergebnis: Es stehen mehr Euros für das eigene Kind zur Verfügung.

Bauen mit Blick in die Zukunft Eine durchdachte Planung zahlt sich aus: Eltern haben auch im Alter mehr von den eigenen vier Wänden, wenn sie beim Bau berücksichtigen, dass ihre Kinder in ungefähr 20 Jahren aus dem Haus sein werden. In diesem Zusammenhang stellen sich Fragen wie: Erlaubt der Grundriss spätere Raumveränderungen? Ist im Alter ein barrierefreier Umbau möglich? Die Punkte Größe und Gestaltung des Grundstücks gehören ebenfalls mit auf die Checkliste. Ein Garten kann für Kinder ein spannender Abenteuerspielplatz sein. Doch wenn sie als junge Erwachsene das Haus verlassen, könnte eine große Grünfläche für die Eltern zur Belastung werden - sollte der Gesundheitszustand eines Tages die regelmäßige Pflege nicht mehr zulassen.

Weniger Energieverbrauch, mehr Zusatzrente Der Energiebedarf einer Immobilie sollte besonders intensiv geprüft werden. Ist zum Beispiel die Dämmung veraltet oder durchlässig, erweisen sich Gebäude schnell als teure Energieschleudern und müssen modernisiert werden. Das bedeutet weniger Geld im Portemonnaie.
Übrigens: Ab Januar 2006 gilt die neue EU-Richtlinie über die Energieeffizienz von Gebäuden. Bei jedem Nutzerwechsel einer Wohnung oder eines Gebäudes muss dann ein Zertifikat über den Energiebedarf (Energiepass) vorliegen. Daher gehört dieser Nachweis künftig zwingend zu einer Qualitätsimmobilie. Strategisch zu planen bedeutet weniger unvorhergesehene Ausgaben, mehr Geld für die Familie. Ein nachhaltiges Konzept hilft sparen.
Wenn junge Paare eine Immobilie finanzieren möchten, sollten sie bei der Planung ihrer eigenen vier Wände auch die Lebensperspektiven ihrer Kinder berücksichtigen.
Und je früher junge Eltern heute schon an später denken, desto wertvoller ist die Immobilie auch als eigene Altersvorsorge.

(Quelle: LBS)