Wellness für die Gartenpflanzen: So wird Kompost richtig angesetz...

Wenn die Gartensaison beginnt, ist viel zu tun: Bäume sollten jetzt geschnitten werden, bevor in ein paar Wochen die Vögel anfangen, darin zu nisten. Beim Schnitt fällt allerhand Gartenabfall an – eine gute Gelegenheit, neuen Kompost anzusetzen. Der biologische Dünger verringert den Biomüll im Haushalt und hilft so, die Abfallgebühren niedrig zu halten. Zum anderen ist die nach etwa acht bis zwölf Monaten entstandene Komposterde reich an Nährstoffen und Mineralien – die reinste Wellnesskur für Gartenpflanzen.

Wer einen Kompost neu ansetzt, hat die Wahl zwischen offenen Kompostern aus Holz oder Steckmetall und geschlossenen Thermo-Kompostern mit Wärmeisolierung und Deckel. Offene Komposter erlauben Käfern und Insekten, in die Gartenabfälle hineinzukriechen und die Verrottung voranzutreiben. Wichtig: Der Kompost muss nach unten offen sein, damit der Eingang für die kleinen Gartenbewohner nicht versperrt ist. Asphalt eignet sich hier nicht als Untergrund. Verschließbare Thermokomposter halten unerwünschte Gäste wie streunende Katzen oder Raben fern und brauchen in der Regel weniger Platz. Das Kompostgut muss bei beiden Varianten nach einigen Wochen umgeschaufelt werden, da die Temperatur im Inneren des Haufens bis zu 60 Grad Celsius erreichen kann und die Verrottung dort schneller voranschreitet als in den äußeren Schichten. Daher sollte der Hobbygärtner immer darauf achten, dass sich Behälter oder Abgrenzungen leicht abheben lassen. Kompostbehälter in verschiedenen Ausführungen und Größen gibt es im Baumarkt. Was gehört – neben den frisch geschnittenen Ästen – auf den Komposthaufen? Alle natürlichen Abfälle, die nicht mit Schadstoffen belastet oder von Krankheiten befallen sind. Beispielsweise Gemüsereste aus der Küche, verwelkte Schnittblumen sowie Kaffee- und Teesatz. Laub und Grasschnitt dürfen nur angetrocknet auf den Kompost. Generell gilt: Je vielfältiger die Zusammensetzung des natürlichen Düngers ist, desto nährstoffreicher wird er. Kranke Pflanzenteile, Fleisch- und Fischreste sowie Samen tragendes Unkraut müssen allerdings über den Hausmüll entsorgt werden. Wichtig ist, dass das Kompostgut locker ist und genug Luft für Kleinstlebewesen bietet. Äste, Wurzelreste und Heckenschnitt zerkleinert man deshalb vor dem Kompostieren mit einem elektrischen Häcksler. Ein Tipp: Gurken und Zucchini gedeihen besonders gut, wenn sie unmittelbar neben einen Komposthaufen gepflanzt werden. So können sie sich direkt an den freigesetzten Nährstoffen bedienen. Nach etwa einem Jahr ist der Kompost „reif“. Er duftet dezent nach frischer Erde und enthält keine groben Bestandteile mehr. Ein so genanntes Durchwurfsieb hilft, den richtigen „Reifezeitpunkt“ zu bestimmen: Die Erde, die durch die Maschen hindurch fällt, kann zum Düngen des Gartens verwendet werden. Was obenauf liegen bleibt, sollte noch ein paar Wochen länger kompostiert werden.