Das Energiesparhaus und seine Baustufen

Die Energieeinsparverordnung macht ziemlich konkrete Vorgaben, wenn es um die Bezeichnung „Energiesparhaus“ geht. Bereits 2002 wurde sie offiziell verabschiedet und vor drei Jahren dann noch einmal novelliert, um den wachsenden Ansprüchen der Nutzer zu gereichen. Diese Regelung beschäftigt sich explizit mit zwei Gebäudetypen. Unterschieden wird nach Gebäuden, bei denen durch die Heizung eine Raumtemperatur von mindestens 19° Celsius erreicht werden muss, und einer zweiten Gruppe, bei der mit Hilfe der Heizung eine gemäßigtere Innenraumtemperatur zwischen 12 und 19° Celsius bewirkt werden soll.

Die verschiedenen Baustufen

Nach der oben erwähnten Energieeinsparverordnung unterscheidet man beim Bau eines Energiesparhauses mehrere Baustufen. Das Niedrigenergiehaus war ursprünglich noch dadurch gekennzeichnet, dass es einen durchschnittlichen Bedarf an Heizenergie von siebzig Kilowattstunden je Quadratmeter Nutzfläche nicht überschreiten durfte. In Folge der Aktualisierung im Jahre 2009 ist es nun dadurch gekennzeichnet, dass der Energiebedarf für die Heizung und der so genannte „Transmissionswärmeverlust“ nur sechzig Prozent der zulässigen, verordneten Werte betragen darf.

Die nächste Baustufe ist das sogenannte Passivhaus, an das wohl auch die meisten Leute denken, wenn sie den Begriff Energiesparhaus hören. Diese Bezeichnung verdient sich ein Haus, wenn das jeweilige Gebäude pro Jahr für die beheizte Nutzfläche einen Energiebedarf von weniger als 15 Kilowattstunden aufweisen kann. Auch der Haushaltsstromverbrauch spielt hierbei eine große Rolle und so darf streng genommen auch erst dann von einem echten Passivhaus gesprochen werden, wenn der durchschnittliche jährliche Bedarf an elektrischem Strom weniger als 120 Kilowattstunden je Quadratmeter Nutzfläche beträgt. Auf dem Portal Steckdose.de findet man übrigens einige nützliche Informationen bezüglich des Stromverbrauches.

Die höchste Baustufe und damit der König unter den Energiesparhäusern ist das sogenannte Nullenergiehaus. Das Besondere an einem solchen Nullenergiehaus ist die jährliche Energiebilanz. Tatsächlich müssen sich bei diesem Bautyp die Lieferungen und Bezüge von Energie über das Kalenderjahr hinweg gegeneinander aufrechnen. Nicht berücksichtigt wird dabei der Energie- und Kostenaufwand, der beim Bau des Hauses entstanden ist. Der Energieausgleich, der aus diesem Energiesparhaus per Definition ein echtes Nullenergiehaus macht, erfolgt meist dadurch, dass in den Sommermonaten die über den eigenen Bedarf hinaus produzierte Energie nach außen geliefert wird und man in den Wintermonaten Energie zur Beheizung des Hauses beziehen kann. Selbstverständlich sollte dabei die Menge an bezogener Energie nicht die der gelieferten Energie überschreiten, wenn man eine lupenreine Energiebilanz beibehalten will. Das Nullenergiehaus hat allerdings auch seine Schattenseiten. Zum einen ist es meist nur für besser verdienende Energiesparer erschwinglich und zum anderen kann es auch mit baulichen und wohnlichen Einschränkungen verbunden sein.