Klopf, klopf! Von der Sprechanlage bis zur Tür - was für den Ein...

Einbrechern das Leben erschweren
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Endlich steht das neue Eigenheim. Ebenso wichtig, wie die eigenen vier Wände möglichst komfortabel zu gestalten, sind Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherheit. Dies fordert von ihren Eigentümern eine wohldurchdachte Planung, immerhin soll sich die gesamte Familie auch geborgen fühlen. Angefangen werden sollte natürlich im Eingangsbereich, wo am meisten für den Schutz für Hab und Gut sowie die Familie getan werden kann.

Auf Widerstandsklassen achten

Alle vier Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Dies ist eine erschreckende Zahl und verdeutlicht, warum es notwendig ist, sich nicht mit dem Gedanken, dass es einen selbst wahrscheinlich sowieso nicht treffen wird, zufriedenzugeben.

Dies meint auch Stefan Gmyrek, Fachmann für Wohnsicherheit von www.topsicherheit.de: „ Beim Sichern des Eingangsbereichs geht gar nicht so sehr darum, für den perfekten Einbruchsschutz zu sorgen, denn viel mehr um die Einbruchsverzögerung. Die meisten Täter lassen nach einigen Minuten von einem Einbruchsversuch ab, sobald sie auf Hindernisse und Widerstände stürzen, aus Angst, erwischt zu werden.“

Widerstandsklassen einbruchshemmender Bauteile nach DIN EN 1627

Widerstandsklasse

Definition

RC1N

Bauteile schützen vor Vandalismus, aber nicht vor Einbruchsversuchen und sind daher vordergründig für Bereiche geeignet, die nicht ebenerdig zugänglich sind.

RC2N

Bauteile schützen vor Einbruchsversuchen mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendrehern und Zangen.

RC2

Bauteile schützen zusätzlich vor Einbruchsversuchen mit Hebelwerkzeugen.

RC3

Bauteile schützen auch vor Aufbrechversuchen mit Brecheisen. Die Elemente müssen dem Versuch mindestens fünf Minuten standhalten.

RC4

Bauteile schützen vor Maßnahmen mit Säge- und Schlagwerkzeugen.

RC5

Bauteile schützen vor Einbrüchen mithilfe von Elektrowerkzeugen wie Stichsägen.

RC6

Bauteile schützen vor Hochleistungs-Elektrowerkzeugen und bieten den höchsten Schutz vor Einbrüchen.

Quelle: www.baunetzwissen.de

Bei der Planung des Eingangsbereich sollte also nichts dem Zufall überlassen werden. Insbesondere zwei Aspekte sind dabei zu berücksichtigen:

  • Türen und Co. werden nach Widerstandsklassen von RC1 bis RC 6 eingeteilt. Für private Wohnräume empfehlen polizeiliche Dienststellen eine Widerstandsklasse von Haustüren zwischen RC2 und RC3.
  • Die besten Sicherheitselemente wirken nicht, wenn sie nicht ordnungsgemäß montiert sind. Hier tun sich häufig Schwachstellen auf, die Einbrecher sehr einfach ausnutzen können. Aus diesem Grunde sollten Fachbetriebe eine adäquate Installation und Montage sicherstellen.

Einbrechern von vornherein keine Chance lassen

Die Kriminaldienststellen geben auf www.polizei-beratung.de konkrete Hinweise darauf, wie sich Menschen verhalten sollten, um Einbrechern überhaupt gar keinen Anreiz zu bieten, bei ihnen einzubrechen. Die Polizei gibt hierbei ganz einfache Tipps wie den Hinweis, die Haustür auch dann abzuschließen, wenn Haus oder Wohnung nur für einen kurzen Zeitraum verlassen werden.

Doch es gibt noch andere und funktionellere Möglichkeiten, wie die Sicherheit am Eingangsbereich erhöht werden kann:

  • Mithilfe von Überwachungskameras und Videoanlagen fühlen sich viele zu Hause sicherer und das mit Recht. Über eine Videoanlage können zum Beispiel auch Bewegungsmelder oder Lichtanlagen gesteuert werden. Anlagen mit integrierter Bildspeicherfunktion können bei etwaigen Einbruchsversuchen zur Aufklärung des Falls beitragen.
  • Die Sprechanlage ist die etwas abgespeckte Variante der Eingangskommunikation, kann aber ebenfalls genügen, um unerwünschte Gäste fernzuhalten.
  • Eine Alarmanlage speziell für die Eingangstür kann sich ebenfalls als sinnvoll herausstellen, da die meisten Einbrecher nicht dafür ausgerüstet sind, elektronische Sicherheitsvorkehrungen zu deaktivieren. Das Problem hierbei: Die Einbrecher kommen meistens trotzdem ins Haus. Alarmanlagen sollten bei Aktivierung daher eine automatische Einbruchsmeldung an Polizei oder Sicherheitsfirmen senden.

Beim Thema Schutz im Eigenheim gilt: Sicherheit kommt vor Komfort. Zwar mag es etwas aufwendiger sein, sämtliche Sicherheitsvorkehrungen beim Eintreffen im und Hinausgehen aus dem Haus zu aktivieren oder zu deaktivieren, nachhaltig wird sich dies aber auf jeden Fall bezahlt machen.