Brennwertkessel: Ist Ihre Heizung noch in Ordnung? Sagen Sie nich...

Im Jahre 2004 lief die Übergangsfrist für 4,2 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland aus. Die verschärften Abgaswerte der Kleinfeuerungsanlagen-Verordnung führten zur Zwangsstilllegung. Handlungsbedarf ist aber auch weiterhin in fast jedem fünften Haushalt angezeigt. Als Alternative bietet sich die derzeit modernste und energiesparendste Technik an: die Brennwertheizung.


Was ist Brennwert überhaupt?Kurz gesagt nutzt die Brennwerttechnik die Energie, die im Abgas steckt. Früher haben die Heizungsbauer große Bedenken gehabt, Heizungsanlagen mit niedrigen Temperaturen zu betreiben. Wenn die Abgase nicht heiß genug waren, kondensierten sie im Schornstein und machten ihn kaputt. Denn in Kohle oder Öl ist jede Menge Schwefel, der mit dem Kondenswasser zu aggressiver Schwefelsäure reagiert. Die frisst sogar die Stahlwände des Kessels an, wenn man nicht aufpaßt. Aber auch bei Gas, das wenig Schwefel enthält, war Kondensation unerwünscht. Denn die Feuchtigkeit drang in den Kamin, er versottete. Deshalb hielt man die Abgastemperatur hoch - viel Energie blies zum Schornstein hinaus.

Mit der Brennwerttechnik kann man diese Energie nutzen. Das Abgas wird zur Vorerwärmung des Heizungswassers genutzt, die Feuchtigkeit im Abgas ganz absichtlich zum Kondensieren gebracht, um die darin steckende Energie zurückzugewinnen. Auf diese Weise erreichen die Brennwertgeräte einen rechnerischen Wirkungsgrad von bis zu 110 Prozent. Modernste konventionelle Heizkessel kommen bestenfalls auf 95 Prozent, Altgeräte schaffen gerade 80.
Brennwerttechnik kostet zwar immer noch etwas mehr als konventionelle Heizsysteme, sie bietet aber auch Preisvorteile. Denn der Kamin kann eingespart werden. Meist benutzt man einen Abzug aus Kunststoff, der von einem zweiten Rohr umgeben ist, durch das Frischluft von außen angesaugt wird. Das ermöglicht es, den Brenner auch in Nischen unter dem Dach aufzustellen.

Worauf müssen Sie achten?
Bei der Auswahl des richtigen Geräts interessiert vor allem der Norm-Nutzungsgrad. Dieser gibt die Energieausbeute unter realen Verhältnissen an und sollte im konventionellen Betrieb bei 75/60°C mindestens 101 Prozent, bei Niedertemperatur-Betrieb von 45/30°C mindestens 105 Prozent erreichen.
Wichtigster weiterer Verbrauchsfaktor ist die elektrische Energie der Umwälzpumpe. Sie läuft dann überflüssig oft, wenn der Kessel einen Mindestfluss hat, nur über eine Schaltstufe verfügt und einen hohen Druckverlust aufweist.

(Quelle: OBI)