Heizen mit Gas – Ein kleiner Überblick

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Wer in Deutschland sein Haus mit Gas heizt, bekommt meist Erdgas. Ähnlich wie Erdöl wird es aus der Erde gefördert. Deutschland ist bei Erdgas vorwiegend auf Importe angewiesen, die vor allem von Russland getragen werden. Nur ein Bruchteil des in Deutschland genutzten Gases stammt auch von hier. Der Grundversorger liefert das Gas sowohl an Sie als Endverbraucher aber auch an weitere Gasanbieter. Daher werden Endverbraucher keine Unterschiede in der Qualität des Gases feststellen können, wenn sie den Anbieter wechseln. Die Gasanbieter sind nur für die Abrechnung mit den Endverbrauchern zuständig. Die unterschiedlichen Preise und Tarife kommen zustande, weil die Gasanbieter sehr hohe Mengen Heizgas vom Grundversorger kaufen und dadurch günstiger an den Endverbraucher weiterverkaufen können. 

Als Alternativen zum Erdgas gibt es auch Flüssiggas und Biogas. Wie Erdgas ist auch Flüssiggas ein fossiler Brennstoff. Flüssiggas wie Propan oder Butan ist ein Nebenprodukt bei der Gewinnung von Erdöl und Erdgas. Biogas hingegen ist ein erneuerbarer Brennstoff und gewinnt als solcher an Bedeutung in der Heizgasindustrie. Biogas entsteht in Biogasanlagen in welchen Biomasse wie Bioabfall oder Speisereste vergären. Außer der Herstellung gibt es keine Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Gasarten.

Auswahlkriterien für einen optimalen Gasvergleich

Generell funktionieren Gasvergleiche im Internet sehr einfach. Interessenten müssen nur ihre Postleitzahl und ihren geschätzten Gasverbrauch eingeben. Diese Angaben sind erforderlich, damit der Gasrechner passende Tarife auflisten kann.

Um die Verbraucher vor versteckten Kostenfallen zu schützen, berücksichtigt ein guter Gasvergleich bereits standardmäßig nur Tarife mit einer Laufzeit von höchstens 12 Monaten, und die außerdem eine Preisgarantie über die entsprechende Laufzeit versichern. So können die günstigsten Tarife schnell und sicher herausgefunden werden.

Um die Suche nach dem besten Gastarif individueller zu gestalten, stehen dem Verbraucher verschiedene Filter zur Verfügung. Unter den Filtern sollte die Möglichkeit bestehen, Pakettarife aus der Suche zu entfernen. Bei Pakettarifen zahlen Verbraucher einen festgelegten Gasverbrauch, egal, ob sie am Ende der Abrechnung weniger verbraucht haben. Hat man dagegen mehr verbraucht, wird jede Kilowattstunde zu teureren Konditionen abgerechnet. Auch wenn Pakettarife oft günstiger erscheinen als Tarife mit einer verbrauchsgenauen Abrechnung sind sie nur empfehlenswert, wenn Interessenten ihren Verbrauch sehr genau kennen. Ansonsten können schnell unvorhergesehene Kosten entstehen.

Auch sollten Sie auswählen können, ob Sie Tarife mit oder ohne Neukundenbonus in den Vergleich einbeziehen wollen. Ein Neukundenbonus ist eine einmalige Zahlung. Besonders im ersten Jahr kann dies den Gastarif günstig beeinflussen. Ab dem zweiten Jahr fällt der Bonus jedoch weg und Sie als Verbraucher zahlen den normalen Gasanbietertarif. Zudem sollte ein Vergleich auch die Möglichkeit geben, zwischen CO2-neutralen oder Biogastarifen zu wählen. Wer auf die Umwelt achten oder erneuerbares Heizgas nutzen möchte, dem werden auf diese Weise nur passende Tarife angezeigt. Die Anzahl der wählbaren Tarife hängt dann natürlich von der Region ab.

Eine weitere hilfreiche Einstellung bei einem guten Gasvergleich ist ein Filter, der nur Tarife berücksichtigt, die von der Stiftung Warentest empfohlen werden. Dafür müssen die Tarife folgende Merkmale aufweisen:

  • Maximal 12 Monate Laufzeit
  • Preisgarantie über die gesamte Laufzeit hinweg
  • Keine Paketpreise
  • Keine Vorauskasse
  • Kein Neukundenbonus

Des Weiteren gibt es Onlinetarife. Bei guten Gasrechnern sollte es eine Einstellung geben, mit welcher Verbraucher auswählen können, ob sie Onlinetarife gelistet haben möchten oder nicht. Bei Onlinetarifen werden Kunden nur online betreut. Es gibt keine Ansprechpartner vor Ort oder am Telefon. Wenn Sie also hinsichtlich der Kundenbetreuung zumindest einen Ansprechpartner per Telefon wünschen, empfiehlt es sich, Onlinetarife aus dem Vergleich herauszufiltern.

Ein weiterer Filter listet Ihnen nur die Tarife auf, die in Ihrer Region verfügbar sind. Jedoch sollte man dann auf versteckte Kostenfallen wie Zahlung per Vorauskasse oder fehlende Preisgarantien während der Laufzeit achten.

Einen guten Gasvergleich erkennen

Neben den Standardeinstellungen, welche Kostenfallen und finanzielle Risiken ausschließen, und den verschiedenen Filtern, durch welche Nutzer ihre Tarifsuche individuell gestalten können, gibt es noch einige andere Merkmale, an denen Sie einen guten Gasvergleich erkennen können.

Ein guter Gasvergleich, wie er beispielsweise auf www.stromvergleich.de angeboten wird, ist frei von jeglicher Werbung oder Anzeigen und somit unabhängig von Anbietern. Andere Vergleichsrechner hingegen werden von  bestimmten Gasanbietern offeriert oder kontrolliert. Somit sind diese Vergleichsportale nicht komplett unabhängig und neutral. Bei Anzeigen beispielsweise steht vor den eigentlichen Suchergebnissen noch der Tarif eines Anbieters, der dafür bezahlt hat.

Folgende Informationen sollten nachvollziehbar dargestellt werden:

  • der Endpreis
  • der Name des Gasanbieters und des Tarifs
  • der Preis pro KW/h und der Grundpreis
  • der Jahresendpreis
  • die Vertragslaufzeit
  • die Laufzeit der Preisgarantie
  • die Kündigungsfrist
  • der Zahlungsintervall (Voraus oder monatlich)
  • eventuelle zusätzliche Hinweise wie Paketpreise
  • der Neukundenbonus

Was beim Anbieterwechsel beachtet werden sollte

Mit Hilfe der Filterfunktion bei Vergleichen können Nutzer die Suche nach dem für sie besten Gastarif individuell gestalten. Dennoch sind nicht alle Angebote der Gasanbieter seriös. Einen guten Tarif können Sie jedoch daran erkennen, dass es über die gesamte Laufzeit eine Preisgarantie gibt, die Laufzeit nicht länger als 12 Monate ist, die Kündigungsfrist bei höchstens 6 Wochen liegt und die Bezahlung in monatlichen Abschlägen erfolgt. Tarife mit einer Vorauskasse der Gaskosten für das gesamte Jahr sind nicht ratsam.

Sobald Sie einen passenden Tarif in den Ergebnissen gefunden haben, kann der Wechsel stattfinden. Ein gutes Vergleichsportal bietet seinen Kunden an, den Wechsel per Post oder online durchzuführen. Wer seine Daten nicht online eingeben möchte, sollte die Wechselunterlagen auch per Post zugesendet bekommen und sie ausgefüllt zurückschicken können.

Bei einem Wechsel geben Sie nur Ihre Postleitzahl, Ihren Jahresverbrauch, Ihre Adresse, Ihre Bankverbindung und Ihre Zählernummer an. Die Wechselformalitäten und den eigentlichen Wechsel übernimmt dann das Vergleichsportal und der neue Anbieter oder Leitungsinhaber. Der Kunde muss sich um keine Bürokratie kümmern. Der Wechsel dauert etwa drei bis sechs Wochen. Die Umstellung erfordert etwas Zeit und die Anbieter müssen das zweiwöchige Rücktrittsrecht des Verbrauchers abwarten.                            

Bei einem guten Gasvergleichsportal besteht für Sie immer die Möglichkeit einer persönlichen Beratung über eine kostenfreie Hotline oder einen Live-Chat. So können offene Fragen zum Anbieterwechsel geklärt werden.