Kontrollierte Wohnungslüftung: Frische Luft nach Bedarf

Jeder Mensch gibt täglich bis zu drei Liter Feuchtigkeit an die Raumluft ab – beim Waschen und Kochen, aber auch einfach durchs Atmen. Die Luft in den heimischen vier Wänden nimmt zudem Ausdünstungen von Möbeln und Baustoffen auf und wird zusätzlich mit Kohlendioxid und Gerüchen angereichert. So entsteht besonders in modernen, wenig luftdurchlässigen Häusern schnell ein „Luft-Cocktail“, der nicht jedem Bewohner „schmeckt“: Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen sind häufig die Folge. Noch gefährlicher aber ist, dass sich wegen zu hoher Luftfeuchtigkeit Schimmelpilze bilden können. Damit man sich zuhause wohl fühlt, muss die Wohnungsluft daher alle zwei bis drei Stunden ganz erneuert werden. Wer einfach die Fenster öffnet, erreicht selten einen optimalen Luftaustausch und während der Heizperiode geht außerdem Wärme ungenutzt verloren – allen energiesparenden Maßnahmen wie dichter Bauweise und dicker Wärmedämmung zum Trotz. Anders bei eingebauten Lüftungsanlagen: Sie sorgen für einen gleich bleibenden, ausreichenden Luftwechsel.

Die einfachste Variante sind dezentrale Geräte, die in einzelnen Zimmern, meist neben oder unter dem Fenster, eingebaut werden. Eine Abluftanlage dagegen saugt über ein zentrales Gerät die verbrauchte Luft aus Bad und Küche, Frischluft strömt über Durchlässe in den Außenwänden nach. Beide Varianten lassen sich relativ einfach nachträglich einbauen, da die Rohre fürs Luftverteilsystem ganz oder teilweise wegfallen. Eine zentrale Be- und Entlüftungsanlage führt auch die Frischluft durch Rohre in die einzelnen Wohnräume. Zu einer solchen Lüftungsanlage gehört ein Zentralgerät mit mindestens einem Ventilator für die Luftförderung. Dazu kommen je nach System Kanäle für Zu- und Abluft sowie ein Regelsystem. Gut für Allergiker: Filter können die Zuluft von Pollen und Staub befreien. Bei Neubauten werden die Leitungen in den Decken oder Installationsschächten verlegt. Gut nachrüsten kann man mit Aufputz-Systemen.

Energiesparende Zusatzfunktionen Die meisten Anlagen arbeiten in drei Stufen: Neben dem Normalbetrieb garantiert die niedrigere Stufe einen Mindestluftwechsel, etwa während des Urlaubs.
Die so genannte Partyschaltung mit erhöhter Leistung wechselt schneller verbrauchte gegen sauerstoffreiche Luft. Mit zentralen Be- und Entlüftungsanlagen lässt sich auch prima Energie sparen: Alle Anlagen können nämlich über einen Wärmetauscher der verbrauchten Abluft die enthaltene Wärme entziehen und damit beispielsweise die kühle Zuluft vorwärmen.
Diese Abwärme kann sogar für die Warmwasserbereitung oder zum Heizen genutzt werden, auch mit Unterstützung einer Wärmepumpe oder Solaranlage.

(Quelle: Schwäbisch Hall)