So machen Sie Ihren Haushalt kindersicher

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) befragte Eltern über die Unfallgefahr für ihre Kinder. Demzufolge glaubten zwar 82 Prozent der Eltern (August 2012), dass das Risiko für ihren Nachwuchs im eigenen Haus und Garten gering sei.

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Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus.34 Prozent der Kinder hatten bereits Unfälle zuhause gehabt, Kinder bis zu fünf Jahren erlitten 66 Prozent der Unfälle zuhause. Dieser Artikel erläutert, auf was man in einem Haushalt mit Kleinkindern achten sollte und was man konkret tun kann, um Unfälle zu vermeiden.

Wo drohen Gefahren für Kleinkinder im Haushalt und wie kann man sie beseitigen?

Spitze Gegenstände, Ecken und Kanten bergen Verletzungsrisiken:

  • Bannen Sie diese Bedrohung durch das Polstern mit Kunststoff an den entsprechenden Stellen. Messer, Scheren oder Werkzeuge sollten jungen Kindern niemals zugänglich gemacht werden. Sie haben noch kein Empfinden für die Gefahren entwickelt.

    Alle beweglichen Dinge sind potentiell gefährlich. Kinder ziehen an Regalen, welche auf sie fallen können. Tischdecken oder Vorhänge, die auf den Boden hängen, bergen sogar Erstickungsgefahr:
  • Befestigen Sie Möbel - und in diesen die Einlegebretter - oder ähnliches mit Schrauben. Versetzen Sie sich in die Perspektive Ihrer Kinder, indem sie in den Zimmern Ihrer Wohnung einfach mal auf alle Viere gehen. Danach beseitigen Sie alle herunterhängenden Gefahrenquellen.

    Viele Unfälle geschehen, weil Kinder Treppen hinunterstürzen, von Hochstühlen oder beim Wickeln herabfallen. In Möbelteilen, die man zuklappen kann, können sich Kleinkinder Quetschungen oder sogar Brüche holen. Wickelkommoden sollten Schutzränder besitzen, Treppenschutzgitter helfen, Risiken zu mindern. Letztere helfen nicht nur, Treppenhäuser für Kleinkinder unzugänglich zu machen.

    Treppenschutzgitter können jeden Bereich einer Wohnung, etwa Hobbyräume oder Balkontüren, sicher abtrennen. Neben dieser Schutzvorrichtung sollten alle rollbaren Möbel, beispielsweise Beistellbettchen, feststellbar sein. Keile sichern Türen. Verhindern Sie bei Hochstühlen auf jeden Fall das Umkippen.

    Betten weisen viele Gefahrenquellen auf. Ihre Sprösslinge könnten an zu vielen Decken ersticken oder sich in Zwischenräumen verletzen:
  • Sprossen von Bettchen sollten niemals horizontal verlaufen (Hochklettergefahr!). Sie sollten etwa 4,5 bis 6,5 Zentimeter voneinander entfernt sein. Stabile Matratzen (Latex, Schaumstoff) müssen ohne größere Lücken am Rand in den Bettrahmen einpassbar sein. Achten Sie bei Babymöbeln generell auf Prüfsiegel wie „GS“ (Geprüfte Sicherheit) oder den Blauen Engel, der auf eine schadstoffarme Verarbeitung hinweist.

    Kleinkinder stecken Finger oder Gegenstände in Steckdosen, wodurch das Risiko eines Stromschlags gegeben ist. Zudem können sie versehentlich elektrische Geräte in Gang setzen:
  • Ziehen Sie einfach den Stecker! Es gibt günstige Schutzkappen für Steckdosen, diese sollten Sie zumindest bei denen in Bodennähe stets vorhanden sein.

    Kinder stecken alles Mögliche in den Mund und wollen alles probieren. Dies kann zu Vergiftungen führen:
  • Egal, ob Reinigungsmittel, alkoholische Getränke, Tabak oder Blumenerde – denken Sie daran, alle potentiell schädlichen Substanzen, die ein Kleinkind zu sich nehmen könnte, zu entfernen.

    Noch ein wichtiger Rat zum Schluss. Am besten ist es, dem eigenen Kind Zeit zu widmen und ihm die Gefährlichkeit vieler Dinge zu erklären oder sogar vorzuführen. Dies gilt insbesondere bei Sachen, die für Kinder unvorhersehbar sind. Beispiele dafür sind Feuer oder das Verhalten von Haustieren.

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