Bauverträge - Vorsicht vor Lücken und Kostenfallen

Als Bauherr hat man immer mit Problemen zu kämpfen. Nichterbrachte Leistungen, Ärger mit der Bauleitung, falsche Pläne – irgendetwas ist immer auf der Baustelle. Schlaflose Nächte und Magenprobleme kennt fast jeder Bauherr, der mit persönlichem Engagement am Bau seines Projektes beteiligt ist. Als unerfahrener Eigenheimbauer hat man nur eine ungefähre Ahnung, was man sich gefallen lassen muss und was nicht. In dem Fall hilft ein Blick in die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB).

Alles muss schriftlich festgehalten werden und ohne Bauverträge geht es nicht, das weiß jeder Bauherr. In einem Bauvertrag werden Rechte und Pflichten des Bauherrn sowie des Bauträgers festgehalten. So notwendig sie sind, so verzwickt können sie auch sein. Gerade Bauherren, die sich nur bedingt mit der Materie auskennen, sind prädestiniert dazu von Bauträgern ausgenutzt zu werden, die nur ihren eigenen Vorteil im Sinn haben. Deshalb heißt es bei Bauverträgen: Augen auf halten, denn in so manchem Schriftstück verbirgt sich die ein oder andere Falle, die den Bauherren teuer zu stehen kommen kann.

Unverzichtbar: Vertragliche Absicherung

Während der Bauphase kann es zu den verschiedensten kleinen und großen Katastrophen kommen. Das Wetter ist bei sämtlichen Bauprojekten ein nahezu unberechenbarer Faktor. Lange Regenzeiten und Frost bremsen immer wieder aus, wenn das Objekt noch nicht Wetterfest ist. Geflutete Baustellen und Regenwasserschäden sind so keine Seltenheit. Dagegen kann man sich nur schwer schützen. Im Idealfall berechnet man von vornherein mögliche Regentage in die Bauplanung mit ein. Ganz anderer Natur sind hingegen Versäumnisse und Fehler der Handwerker und des Bauträgers. Falsch geordertes Baumaterial, Probleme mit den Abmessungen oder Einbauten sind fast schon alltägliche Probleme, mit denen jeder Bauherr zu kämpfen hat. Gegen diese Faktoren kann man sich im Vorfeld mittels des Bauvertrages absichern. Der Leistungsumfang muss im Vertrag eindeutig festgehalten werden. Je konkreter die Art und Qualität der Materialien definiert ist, umso geringer ist auch das Vertragsrisiko. Gewährleistung und Mängelansprüche werden in der VOB oder dem BGB-Werkvertragsrecht definiert. Auch die Gewährleistung nach VOB ist im besten Fall schriftlich festgehalten. Aber Vorsicht: die VOB ist weder ein Gesetz noch eine Rechtverordnung, vielmehr sind sie wie AGBs zu betrachten. Nichtsdestotrotz sollte man diese gut kennen. Alles, was nicht vertraglich abgesprochen ist, bleibt am Ende bei den Bauherren hängen. Eine prekäre Lage ist, wenn der Bauträger oder eines der angeheuerten Unternehmen während der Bauphase in die Insolvenz rutscht oder zahlungsunfähig wird und damit das ganze Bauvorhaben und dessen Planung aus der Bahn wirft. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Sicherheitsleistungen für Fertigstellung und Gewährleistung einzufordern, zum Beispiel in Form eines Bankdarlehens. Damit sichert sich der Bauherr finanziell gegen die Insolvenz des zuerst beauftragen Bauunternehmers ab. Sinnvoll ist in dem Zusammenhang auch ein Firmencheck vor der Auftragsvergabe.

Fristen und Gewährleistungsregelungen im Auge behalten

Bei der Aufsetzung des Bauvertrages mit dem Bauträger oder den einzelnen Handwerksunternehmen ist es wichtig zu wissen, auf welcher Verordnungsgrundlage man dies tut, denn da gibt es vor allem bezüglich der Verjährungsfristen unterschiede. Verträge, die auf Grundlage der VOB geschlossen wurden haben eine Verjährungsfrist bei baulichen Schäden von vier Jahren, nach dem BGB-Werksvertragsrecht sind es fünf.Vertragliche Grundlagen und Regelungen können dafür sorgen, dass man sich als Bauherr weniger Gedanken um sein Projekt machen muss, weil man zumindest rechtlich auf der Sicheren Seite steht. Stressig und voller Überraschungen wird die Bauzeit trotzdem, das liegt einfach in der Natur der Sache.