Vom Energieverbrauch und Wohnklima in den „eigenen Vier Wänden...

Wissen Sie, wer in Deutschland die meiste Energie verbraucht? Nein, nicht die Industrie. Die meiste Energie wird zur Beheizung von Räumen verbraucht, knapp dahinter folgt der Sprit fürs Auto. 80 Prozent aller Häuser und Wohnungen in Deutschland sind älter als 20 Jahre. Damit es innen mollig warm ist, braucht man im Jahr durchschnittlich 280 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnraum, also 28 Liter Öl. In einem modernen Niedrigenergiehaus dagegen muss man nur noch fünf bis sieben Liter Öl pro Quadratmeter Wohnraum verheizen, mit entsprechendem technischen Aufwand kann man sogar ganz ohne Heizung auskommen.

© (Quelle: Vöma-Bio-Bau)

Das liegt aber nicht in erster Linie an der Heizung. Die größten Energiefresser sind schlecht gedämmte Wände und Dächer.
Rund die Hälfte aller Energieverluste können mit Dämmstoffen und neuen Fenstern vermieden werden. Immer noch beträchtliche 35 Prozent entfallen auf die Lüftung: Wenn es durch ein undichtes Dach hereinzieht oder wenn Fenster dauernd gekippt stehen, dann heizt man zum Fenster hinaus.

So verhindern Sie Schimmel

Das spürt man nicht nur im Geldbeutel, sondern auch am Wohnklima. Wenn Wände schlecht gedämmt sind, werden sie im Winter kalt. Dann schlägt sich an ihnen die Feuchtigkeit aus der Raumluft nieder, und es entsteht über kurz oder lang Schimmel.
Früher hat man oft bös' mit bös' vergolten. Gegen Schimmel kamen gefährliche Gifte zum Einsatz, zum Beispiel PCP oder Lindan. Diese Chemikalien schaden aber der Gesundheit, sie verursachen Allergien, Vergiftungen und Krebs.
Inzwischen weiß man mit Feuchtigkeit und Energieverlust richtig umzugehen. Das fängt bei den Fenstern an. Einfachverglasung und die Isoliergläser der 70er Jahre sind Energielöcher. Heute ist Wärmeschutzverglasung angesagt. Standard sind dabei k-Werte von 1,4.
Aber es gibt auch schon Wärmeschutzverglasungen mit k-Werten unter 1. Dabei sorgt eine unsichtbare Metallschicht dafür, dass Sonnenwärme ins Zimmer hineinkommt, Heizwärme aber nicht hinausgeht. Außerdem ist zwischen die Scheiben ein Edelgas eingeschlossen, das besonders gut isoliert.
Es lohnt sich also, die Fenster nach Süden hin zu vergrößern, um die Sonnenwärme hereinzuholen. Mit dickeren Außengläsern oder speziellen Gas-Füllungen dämpfen Fenster übrigens auch den Lärm von außen. Das Material der Rahmen sollte aus Holz bestehen, möglichst ausgezeichnet mit dem FSC-Umweltsiegel.
Metall ist in der Herstellung sehr energieaufwendig, Kunststoff macht bei der Entsorgung und im Brandfall Probleme. Zwar muss man Holzfenster öfters streichen. Wenn aber ölhaltige Lacke oder Lasuren verwendet werden, die tief einziehen, ist das Holz dauerhaft geschützt. Auch wenn fast 20 Prozent der Heizenergie durch neue Fenster eingespart werden können, sollte man es nicht damit bewenden lassen. Denn häufig ist die Wand, in die das Fenster eingebaut ist, so dünn, dass ihre Oberfläche kälter wird, als die Scheiben vom neuen Fenster. Dann schlägt sich dort die Feuchtigkeit nieder und Schimmel wächst.
Das gilt beispielsweise für 24 cm dünne Ziegelwände aus den 50er und 60er Jahren, aber auch für Fachwerkhäuser oder Häuser aus der Vorkriegszeit, als selbst 36 cm starke Wände noch aus Vollziegeln gemauert wurden, die sehr schlecht isolieren.

Natürliche Dämmstoffe, gesunde Wärme

Deshalb ist es in all diesen Fällen ratsam, auch die Außenwände zu dämmen. Die einfachste Methode ist ein Wärmedämm-Verbundsystem, das außen auf die Mauer geklebt wird und unsichtbar unter Putz verschwindet.

Etwa 10-12 cm dick sollte die Dämmung schon sein, damit ein k-Wert von etwa 0,3 erreicht wird. Wenn die Fassade ohnehin gestrichen werden muss, halten sich die zusätzlichen Kosten mit etwa 100 Mark pro Quadratmeter im Rahmen.
Zu empfehlen sind Systeme auf rein mineralischer Basis, ohne Kunststoffe, oder Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Holzfasern. Die Dämmstoffe kann man auch hinter einer Holzverschalung anbringen, allerdings verändert sich dadurch das Äußere des Hauses.
Wer die Ansicht des Hauses von außen nicht verändern will - etwa weil Verzierungen auf der Fassade angebracht sind - der kann auch die Innenseite der Wände dämmen. Aber dabei muss man sehr vorsichtig vorgehen, um keine Bauschäden zu verursachen.
Am besten eignen sich Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzfasern, Wolle, Flachs oder Zellulose. Denn sie können Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen, gefahrlos wieder abgeben und brauchen keine Dampfsperre. Zur richtigen Verlegung einer Innendämmung sollte man aber in jedem Fall einen Fachmann zu Rate ziehen.
Der Neubau von Niedrigenergiehäusern, die energetische Sanierung alter Gebäude, der Einbau von Lüftungsanlagen und die Installation neuer Fenster, die vor Schall schützen, wird in vielen Städten und Gemeinden bezuschusst.

(Quelle: OBI)