Wohneigentum bleibt machbar: So fördert der Staat den Weg

Lange stand bei den Verhandlungen um das Berliner Sparpaket auch die Eigenheimzulage auf dem Prüfstand. Am Ende blieb trotz Kürzungen die Wohneigentumsförderung im Kern erhalten. Für alle, die sich mit der selbst genutzten eigenen Immobilie mehr Lebensqualität und eine sichere Altersvorsorge schaffen wollen, ein positives Signal: Wohneigentum bleibt machbar – und der Staat unterstützt den Weg in die eigenen vier Wände auch weiterhin.

Eigenheimzulage neu gestaltet Die Eigenheimzulage wurde nicht pauschal gekürzt, sondern neu ausgestaltet. Wie sich die Änderungen konkret auswirken, ist deshalb stark vom Einzelfall abhängig.
Wichtigste Neuerungen sind die Angleichung der Fördersätze für Neubauten und den Erwerb von Bestandsimmobilien, eine neue Bemessungsgrundlage, niedrigere Einkommensgrenzen und eine höhere Kinderzulage.
Für Erweiterungen und Ausbauten entfällt die Förderung.
Die Neuregelung gilt für Objekte mit Herstellungsbeginn (Datum des Bauantrags) bzw. Erwerb (Datum des notariellen Kaufvertrags) nach dem 31.12.2003.

Fördergrundbetrag: Jährlich ein Prozent der Bemessungsgrundlage von höchstens 125.000 Euro – maximal 1.250 Euro pro Jahr.

Bemessungsgrundlage: Anschaffungskosten inklusive Grund und Boden. Bei Gebrauchtimmobilien werden Modernisierungsaufwendungen (bis zum Ablauf des zweiten auf die Anschaffung folgenden Jahres) einbezogen.

Kinderzulage: Jährlich 800 Euro pro Kind.

Förderzeitraum: Acht Jahre.

Einkommensgrenzen: Maßgeblich ist die Summe der positiven Einkünfte im Jahr des Einzugs zuzüglich des Vorjahrs.
Im Zeitraum dieser zwei Jahre dürfen Alleinstehende bis zu 70.000 Euro, Verheiratete zusammen 140.000 Euro verdienen.
Pro Kind erhöhen sich diese Grenzen um 30.000 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern dürfte im zweijährigen Bemessungszeitraum also ein Einkommen von maximal 200.000 Euro haben, um die Eigenheimzulage beanspruchen zu können. Wer noch im vergangenen Jahr Nägel mit Köpfen gemacht hat, für den gilt über den gesamten Förderzeitraum von acht Jahren die alte Regelung.

Wohnungsbauprämie leicht gekürzt Bausparer konnten ab 2004 eine Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent statt bisher 10 Prozent erhalten. Keine Änderungen gibt es bei den dafür geltenden Einkommensgrenzen sowie den begünstigten Höchstbeträgen. Letztere betragen weiterhin 512 Euro für Alleinstehende, 1.024 Euro für Verheiratete.
Alleinstehende mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 25.600 Euro können pro Jahr eine maximale Prämie von 45,06 Euro auf ihre Bausparleistungen erhalten. Für Verheiratete liegt die Einkommensgrenze bei 51.200 Euro, die jährliche Prämie beträgt maximal 90,11 Euro.

Arbeitnehmersparzulage: Erhöhte Förderung in neuen Bundesländern Bei der Arbeitnehmersparzulage für vermögenswirksame Leistungen galten seit Anfang 2004 neue Prämiensätze sowie geringfügig niedrigere förderfähige Höchstbeträge. Dies gilt sowohl fürs Bau- wie auch fürs Fondssparen. Für die neuen Bundesländer gilt bis zum 31.12.2004 eine teilweise erhöhte Förderung. Der Prämiensatz beträgt fürs Bausparen einheitlich 9 Prozent, beim Fondssparen 18 Prozent in den alten, 22 Prozent in den neuen Bundesländern. Der begünstigte Höchstbetrag liegt beim Bausparen bei 470 Euro pro Arbeitnehmer, beim Fondssparen bei 400 Euro.
Konkret bedeutet das: Ein alleinstehender Arbeitnehmer erhält für seine in einem Bausparvertrag angelegten vermögenswirksamen Leistungen pro Jahr maximal eine Zulage von 43 Euro.
Verheiratete bekommen 86 Euro, vorausgesetzt beide Ehepartner sind Arbeitnehmer.
Beim Fondssparen gibt’s für Alleinstehende maximal 72 Euro pro Jahr, in den neuen Bundesländern 88 Euro.
Für Verheiratete (zwei Arbeitnehmer) ist die höchst mögliche Zulage entsprechend doppelt so hoch: 144 Euro in den alten, 176 Euro in den neuen Bundesländern.
Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf bei Alleinstehenden 17.900 Euro, bei Verheirateten 33.800 Euro nicht überschreiten.

Sparerfreibeträge gesenkt Die Sparerfreibeträge wurden zum Jahresanfang 2004 um ca. 12 Prozent gesenkt. Einkünfte aus Kapitalvermögen sind bei Alleinstehenden noch bis zu einem Gesamtbetrag von 1.370 Euro steuerfrei, bei Verheirateten bis zu 2.740 Euro.
Hinzu kommt der unveränderte Werbungskostenpauschbetrag von 51 Euro bei Alleinstehenden und 102 Euro bei Verheirateten.
Bereits erteilte Freistellungsaufträge, welche die neuen Höchstbeträge überschreiten, werden von den Kreditinstituten an diese Grenzen angepasst.

(Quelle: Schwäbisch Hall)