Genau hinschauen beim Altbau

Wer sich für den Kauf eines Altbaus entscheidet, der sieht sich besonderen Herausforderungen bei der Sichtung und Prüfung der Immobilie und all ihrer Komponenten vor dem Kauf gegenüber. Denn laut Gerichtsurteil gilt auch beim Kauf eines alten Hauses: Gekauft wie gesehen. Der Käufer kann bei Entdeckung von gravierenden Mängeln nach Abschluss des Kaufvertrages mit keinerlei Schadenersatz rechnen, es sei denn, dem Verkäufer kann Arglist und ein Verstoß gegen die guten Sitten nachgewiesen werden. Daher lohnt es sich, ganz genau hinzuschauen.

Stand der Dinge prüfen

Neben Bausubstanz und Verfall sollte man vor allem in Sachen Haustechnik genauer hinsehen. Alte Häuser haben oft alte Leitungen und die sind nicht nur anfällig für Schäden, sondern transportieren nicht selten Giftstoffe, Rost oder andere Metallablagerungen durch die Leitungen und stellen so eine Gesundheitsgefahr dar. Auch können sie unentdeckte Lecks haben, die sich erst Jahre nach dem Kauf bemerkbar machen aber bis dahin schon irreparable Schäden angerichtet haben. Daher sollte man sich nicht auf die Aussage ist alles neu gemacht worden verlassen, sondern sich Handwerkerrechnungen und Nachweise, am besten auch in Form von Fotos, zeigen lassen, die die Arbeiten dokumentieren. Gleiches gilt für Heiz- und Elektroanlagen. Bauteiltyp und -alter am besten selbst überprüfen und sich unabhängige Informationen dazu einholen. Vielleicht findet man im Internet sogar einen http://www.testbericht.de _blank>Test, der Lebensdauer, Unterhaltskosten und Leistung überprüfbar macht und einen Eindruck von der Qualität des Produkts, das der Vorbesitzer eingebaut hat, vermittelt. Gerade bei Heizungsanlagen gibt es viele Geräte, die zwar eine gute Leistung zeigen, auf der anderen Seite aber auch Nachteile haben, die sich auf den ersten Blick nicht erschließen. So können sie z.B. selbst im Stand-by im Sommer große Mengen Strom verbrauchen oder unverhältnismäßig laut im Betrieb sein. Durch Tests und unabhängige Testberichte lassen sich solche Mankos in der technischen Ausstattung ausfindig machen und solche Fakten geben natürlich auch eine bessere Verhandlungsposition für die Preisfrage.

Die Sache mit der Energie

Der Neubau von Eigenheimen gegenüber dem Kauf alter Gebäude erfreut sich in den letzten Jahren auch deswegen wachsender Beliebtheit, weil man beim Neubau von Beginn an nach den neuesten Erkenntnissen und mit den modernsten Mitteln die Richtlinien der Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, erfüllen kann. Muss ein altes Gebäude nach diesen Richtlinien saniert werden oder wünscht man es selbst so, da man langfristig Betriebskosten sparen will, kommen oft nicht nur finanzielle, sondern auch bauliche Herausforderungen auf einen zu. Nicht immer lässt sich z.B. die Fassadendämmung mit altbautypischen Fenstern, Erkern oder Dachformen baulich vereinbaren. Selbst wenn es möglich ist, wird das mit Speziallösungen oft viel teurer als erwartet oder die Optik des Altbaus leidet beträchtlich. So sollte man auch auf die Sanierungsfähigkeit eines solchen Hauses achten und sich dazu unbedingt von Fachleuten beraten lassen.