Mit Bauprojekten Kultur fördern

Gott sei Dank werden Baugrund und Immobilien in der Bundesrepublik hin und wieder ja auch genutzt, um die darbende Kulturlandschaft ein wenig zu beleben. Einst gab es in Hamburg allein den Star Club. Er war das Herz der jungen Kultur-Szene und existierte noch bevor es in der Hansestadt ein Überangebot an pseudokulturellen Spelunken mit schlechter musikalischer Beschallung gab. Ein neues Bauprojekt macht vielen Hamburgern wieder ein wenig Hoffnung, dass es mit der Musik an der Elbe wieder bergauf gehen könnte. Corny Littmann plant mit einigen Mitstreitern ein "Klubhaus" am Spielbudenplatz mit kleinem Theater.

Bauflächen auch für die Kultur freihalten

In Hamburg ist bekanntermaßen der Mietspiegel ziemlich hoch, schöne Grundstücke sind zudem schwer zu finden und auch der Bodenrichtwert gibt den potenziellen Bauherren nicht gerade Grund zur Freude. Hinzu kommt der nicht enden wollende Strom an jungen Menschen, der in Hamburg sesshaft werden möchte, aber dort gar keinen Wohnraum mehr vorfindet. Zusätzlich verärgerte man die Bürger jüngst mit dem missglückten Prestigebau „Elbphilharmonie“, der mehr Geld und Zeit verschlungen hat, als allen Beteiligten lieb war. Wohnraum und Bildungsstätten sollen nach Meinung der Bürger nun verstärkt geschaffen werden und die Kultur muss nun einen Schritt zurück treten. Vielleicht ist das ja auch der richtige Weg, doch das muss ja nicht zwingend bedeuten, dass in der zweitgrößten deutschen Stadt kein Platz mehr für clevere, sinnvolle Bauvorhaben ist! Auf dem Kiez entsteht nun zum Beispiel ein Neubauprojekt mit spektakulärer Medienfassade, das zu einem neuen Aushängeschild des Szenestadtteils werden könnte. Rund 5000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sollen für den St.-Pauli-affinen Nutzungsmix ganz neu gestaltet werden. In diesem Bauvorhaben ist Musik: Die Urban Space Immobilien GmbH und die Aust Littmann Strehlitz GbR planen dieses Klubhaus bis 2013 auf der Reeperbahn fertigzustellen. Das Nutzungskonzept der Kulturstätte soll die gesamte Musikszene ansprechen und der Neubau wird zudem mit einer modernen Medienfassade auftrumpfen. Das Konzept sieht vor, dass sich die musikalische Kulturlandschaft dort regelrecht ballt und die Reeperbahn auf diese Weise wieder zu einer Pilgerstätte für Musikfreunde wird. Allein fünf verschiedene Musikklubs mit unterschiedlicher Klientel werden dort unterkommen. Und für die restlichen Räume gibt es wohl auch schon Bewerber.

Immobilien als Kulturförderung

Nicht nur die Künstler, sondern auch die unterstützenden Unternehmen profitieren von einer erstarkenden Kulturlandschaft. Auch wenn die Erschließung von Wohnraum natürlich die oberste Priorität sein sollte, wird selbiger doch erst durch die Beimischung anspruchsvoller Bildungs- und Kunststätten wirklich wertvoll. Aus diesem Grund halten wir solche Bauprojekte für durchaus sinnvoll.