Was ist das Haus wert?

Den größten Teil der Eigenheimbesitzer interessiert der aktuelle Wert ihrer Immobilie im Normalfall nicht. Doch es lohnt sich, gelegentlich ein Wertgutachten bei Immobilienscout24 online zu erstellen.

Hausfinanzierung
© Hausfinanzierung, Thorben Wengert

Dadurch können die Immobilienbesitzer später unangenehme Überraschungen vermeiden. Je aktueller ihr Wissensstand über den Wert des Hauses ist, umso genauer können sie einschätzen, welchen Versicherungsschutz sie brauchen, oder wie viel Steuern sie zahlen müssen. Auch wenn sie das Haus beleihen wollen, um eine größere Investition zu tätigen, brauchen sie ein möglichst aktuelles Wertgutachten. Zwingend erforderlich ist es, wenn eine Immobilie den Besitzer wechselt oder der Wert einer Erbschaft ermittelt werden soll.

Tipps zur Hausfinanzierung

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Immobilie zu kaufen, sollte zunächst mehrere Objekte in der Region unter die Lupe nehmen. Denn der Wert eines Baugrundstückes, Hauses oder einer Wohnung hängt nicht allein von der Immobilie selbst ab. Auch "softe" Kriterien spielen eine wichtige Rolle. Dazu gehören Einkaufsmöglichkeiten oder Schulen in der Nähe ebenso wie der Anschluss an den Öffentlichen Nahverkehr. Die Lage der Immobilie ist vor allem dann wichtig, wenn der Käufer an einen späteren Wiederverkauf denkt. Denn in Toplagen stellen Häuser und Wohnungen häufig eine Investition dar, die eine attraktive Rendite verspricht. In schlechteren Lagen lässt sich die Immobilie dagegen oft nur schwierig und mit erheblichen Preisabschlägen wieder verkaufen.

Sobald der Interessent die infrage kommenden Immobilien eingegrenzt hat, sollte er sich zumindest schon grob über den Wert des Objektes informieren, um abschätzen zu können, wie er die  Finanzierung gestalten soll. Üblicherweise ist ein wichtiger Pfeiler der Finanzierung ein Bankdarlehen. Das Finanzinstitut verlangt vor der Bewilligung ohnehin ein aktuelles Wertgutachten, welches von einem Experten vor Ort erstellt wird. Wenn dieser das Objekt genau unter die Lupe nimmt, kann er vielleicht sogar den einen oder anderen Mangel entdecken, sodass der Interessent eine gute Position in den Preisverhandlungen hat. Sobald sich Verkäufer und Käufer geeinigt haben, wird der Kauf mit einem notariellen Kaufvertrag besiegelt.

Wer zahlt das Wertgutachten?

Bis 2007 war es die gängige Praxis, dass Banken und Bausparkassen zwar ein Wertgutachten verlangen, bevor sie ein Darlehen gewähren, diese Kosten aber auf die Kunden abwälzen. Das wurde vom Stuttgarter Landgericht gekippt. Diesen Prozess hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen mehrere Bausparkassen und Banken geführt. Die Richter waren der Argumentation der Verbraucherzentrale gefolgt, die in den entsprechenden Vertragsklauseln eine unangemessene Benachteiligung der Verbraucher sahen. Der Knackpunkt für die Entscheidung der Richter: Der Darlehensnehmer bekommt in den meisten Fällen keine Einsicht in den Inhalt der Wertgutachten. Er hat also für eine Leistung bezahlt, von der ausschließlich die Bank profitiert.