Gefahr im Boden? Schadstoffgutachten kann zu den Werbungskosten z...

Sieht sich der Eigentümer eines Grundstücks gezwungen, durch ein aufwändiges Schadstoffgutachten die Bodenbeschaffenheit des Geländes überprüfen zu lassen, so können die Kosten dafür steuerlich geltend gemacht werden.

Dies gilt zumindest dann, wenn eine künftige Vermietung bzw. Veräußerung des Grundstücks geplant ist und Klarheit über mögliche Gefahren bzw. die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen geschaffen werden soll. So haben es nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS die höchsten Finanzrichter festgestellt (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen IX R 2/05) Der Fall: Das Grundstück hatte in rund 50 Jahren eine wechselvolle Geschichte hinter sich, unter anderem war es an einen Kfz-Zubehörhandel und an ein Fachgeschäft für Kleinkrafträder, Rasenmäher und Sägen vermietet gewesen. Als der Eigentümer die Immobilie verkaufen wollte, gab er ein Schadstoffgutachten in Auftrag, das rund 25.000 Euro kostete. Das Finanzamt sperrte sich dagegen, diese Ausgaben als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung anzuerkennen. Es liege kein direkter Zusammenhang mit dem Mietverhältnis vor, argumentierten die Beamten. Außerdem seien Aufwendungen für Grund und Boden grundsätzlich keine sofort abzugsfähigen Werbungskosten. Das Urteil: Der Bundesfinanzhof ließ keine Zweifel, dass er die Sache anders sah als die Finanzbehörden. Es handle sich bei dem Schadstoffgutachten klar um Werbungskosten, die vom Fiskus anzuerkennen seien. Schließlich gehöre im konkreten Fall nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch der Grund und Boden untrennbar zum vermieteten Objekt. Der Eigentümer habe von einer Belastung des Untergrundes ausgehen müssen, die im Zusammenhang mit der jahrelangen Vermietung stand.