Steuertipp für Bauherren: Vorausbezahlte Erbbauzinsen sind sofort...

Erbbauzinsen sind keine Anschaffungskosten, sondern sofort abziehbare Werbungskosten, wenn sie beim Grundstückskauf in einem Betrag bezahlt werden. Darauf weist ein Urteil des Bundesfinanzhofs hin (Az.: IX R 65/02)

Wenn es das Budget zulässt, bezahlen Bauherren den Zins für den gesamten Zeitraum der Erbpacht (in der Regel 99 Jahre) vorweg in einem Betrag. Dadurch wird die jährliche Steigerung des Erbbauzinses vermieden.
Als weiterer Vorteil kommt nach der Entscheidung des Bundesfinanzhofs dazu, dass die im Vorfeld bezahlte Summe noch im gleichen Kalenderjahr als Werbungskosten angesetzt werden kann.

Im strittigen Fall hatte ein Bauherr ein Erbbaugrundstück erworben, um darauf eine Sport- und Mehrzweckhalle zu errichten, die anschließend vermietet werden sollte. Der Verkäufer bestand auf die Zahlung der Erbbauzinsen in einem Betrag. Im gleichen Jahr setzte der Bauherr diese Summe als Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung an, was aber vom Finanzamt abgelehnt wurde. Es berief sich auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom Dezember 1996, das die in einem Einmalbetrag vorausbezahlten Erbbauzinsen den Anschaffungskosten zuordnete und diese auf die Laufzeit des Erbbaurechts verteilte.

Der Bundesfinanzhof erteilte dieser Rechtsauffassung dagegen eine klare Absage. Die Richter verwiesen darauf, dass die Erbbauzinsen sofort aufgewandt werden mussten, um das Grundstück nutzen zu können. Daher müssten sie auch als Werbungskosten im Zahlungsjahr in voller Höhe abzugsfähig sein.
Nach Ansicht von Rechtsexperten hat das Urteil Signalwirkung, auch für private Häuslebauer:
Wer künftig die günstigen Konditionen des Erbbaurechts nutzen und die Immobilie vermieten wolle, könne mit der Absetzbarkeit des Erbbauzinses zugleich seine steuerliche Belastung reduzieren.

(Quelle: Schwäbisch Hall)