Umzug geplatzt: Fiskus muss trotzdem zahlen

Kosten für geplanten, aber dann geplatzten beruflichen Umzug sind absetzbar Es besteht kein Zweifel daran, dass die Kosten für einen beruflich notwendigen Umzug zumindest zum Teil steuerlich absetzbar sind. Wie aber sieht es aus, wenn der Umzug geplant war, dann aber geplatzt ist – dem Betroffenen aber trotzdem schon Kosten entstanden sind? Auch solche Aufwendungen müssen steuerlich berücksichtigt werden. (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 17/96)

Der Sachverhalt: Ein Arbeitnehmer hatte ursprünglich vorgehabt, aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt zu ziehen. Sein Arbeitgeber wollte ihn dort einsetzen. Der Betroffene bereitete sich deswegen darauf vor, sein Haus zu verkaufen. Als er schon einiges investiert hatte, da zerschlugen sich ohne Verschulden des Mannes die Umzugspläne. In seiner Steuererklärung gab er seine im Nachhinein vergeblichen Ausgaben für den Makler als Werbungskosten an. Der Fiskus weigerte sich aber zunächst, dies anzuerkennen. Der Fall ging durch alle Instanzen der Fachgerichtsbarkeit – bis hin zum Bundesfinanzhof.

Das Urteil: Die höchsten Finanzrichter der Republik sprachen sich dafür aus, dass der Arbeitnehmer die Maklerkosten steuerlich absetzen kann. Zwar seien derartige Aufwendungen in der Regel der privaten Vermögenssphäre zuzuordnen und damit nicht als Werbungskosten geltend zu machen, doch hier sei diese private Sphäre eindeutig durch die berufliche Veranlassung überlagert worden.

(Quelle: LBS)