Was bedeutet eigentlich Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz?

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Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)

Das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) gehört neben dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu den zentralen energiepolitischen Instrumenten im Rahmen der Energiewende. Im Wesentlichen geht es bei dem Gesetz um die Förderung von Stromerzeugung aus gekoppelter Wärmenutzung in Deutschland.

Das Gesetz trat in seiner Erstfassung am 1. Januar 2002 in Kraft und wurde seitdem im Rahmen mehrere Novellen überarbeitet und an die aktuellen Marktbedingungen angepasst. Im Zuge der Erneuerung von 2009 wurden wesentliche Kernpunkte, wie die Verbesserung der finanziellen Förderung sowie flexiblere Laufzeitmodelle, beschlossen.

Was steckt hinter der Kraft-Wärme-Kopplung?

Der Begriff Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet die gleichzeitige Erzeugung elektrischer Energie und Wärme für Heizzwecke oder Produktionsprozesse. Ursprünglich findet die KWK bei Heizkraftwerken Anwendung, in denen die beim Verbrennungsprozess entstehende und nicht in elektrischen Strom konvertierbare Wärme ausgekoppelt wird.

Bei der Stromerzeugung in Heizkraftwerken wird durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe Wärme erzeugt und Wasser verdampft. Der Wasserdampf treibt unter hohem Druck Turbinen an, wodurch schließlich elektrischer Strom generiert wird. Die Wärmeenergie des Wasserdampfes kann nur bis zu einem bestimmten Grad in elektrischen Strom umgewandelt werden. Die verbleibende Restwärme kann jedoch als Fernwärme ausgekoppelt und in Haushalten oder industriellen Liegenschaften genutzt werden. Durch diesen Ansatz wird der Brennstoffausnutzungsgrad des Prozesses signifikant erhöht und die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks verbessert.

In den letzten Jahren hat sich ein Trend zur dezentralen Stromerzeugung mittels sogenannter Blockheizkraftwerke (BHKW) abgezeichnet. Mithilfe eines BHKWs können auch private Verbraucher oder Industrieunternehmen ihren eigenen Strom erzeugen und die dabei entstehende Wärme für den eigenen Bedarf nutzen. Die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung außerhalb von Heizkraftwerken soll dazu beitragen, dass die bei der Stromerzeugung anfallenden CO2-Emissionen gesenkt werden.

Bei dezentralen Blockheizkraftwerken ist die Wirtschaftlichkeit der Investition aufgrund der vergleichsweise hohen Anschaffungskosten oft nicht gegeben. Damit die Investition in eine KWK-Anlage für Verbraucher dennoch attraktiv ist, setzt der Gesetzgeber im Rahmen des KWKG finanzielle Anreize und garantiert dem Anlagenbetreiber eine feste Einspeisevergütung für den erzeugten Strom.

Die wichtigsten Punkte des KWKG

Einer der wichtigsten Punkte des KWKG ist die Pflicht für Netzbetreiber, dass KWK-Anlagen ans öffentliche Stromnetz angeschlossen werden müssen und die erzeugte elektrische Energie abgenommen wird. Ähnlich wie beim EEG sieht der Gesetzgeber damit einen Vorrang von umweltfreundlich erzeugtem Strom gegenüber konventionell erzeugter Energie vor. Bei Anlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von weniger als 2 MW stellt der EEX-Börsenpreis zuzüglich einer staatlichen Förderung den Verkaufspreis des Stroms dar. Privatverbraucher beteiligen sich im Rahmen einer im Strompreis enthaltenen Abgabe an der Förderung.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst die Investition in KWK-Anlagen mit einer finanziellen Beteiligung. Für Mini-KWK-Anlagen mit einer installierten Nennleistung von weniger als 20 kW wurden die Zuschüsse zu Beginn des Jahres 2015 erhöht. Bei einer Leistung von weniger als 1 kW erhält der Betreiber beispielsweise einen Zuschuss von 1.900 €, während es bei 20 kW Leistung rund 3.500 € staatliche Förderung gibt.

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