Schritt für Schritt neuer Wohnraum unterm Dach

Der Dachausbau ist bei Heimwerkern beliebt, weil er auch den Laien in der Regel nicht vor unlösbare Aufgaben stellt. Das darf freilich nicht zu Nachlässigkeit führen: Nur bei sorgfältig und präzise ausgeführter Arbeit entsteht ein Raum, in dem es sich behaglich leben lässt. Im folgenden Tipps für die zehn wichtigsten Arbeitsschritte.


1. Dachfläche öffnen Großflächige Fenster in der Dachfläche lassen den Raum unterm Dach heller und größer wirken. Eine besondere Möglichkeit, diese Wirkung zu erzielen, ist ein Fenster, das von der einen Seite des Daches auf die andere reicht. Es sorgt für eine optimale Belichtung zu allen Tageszeiten. Vorsichtiges und genaues Arbeiten ist hier sehr wichtig, damit die Dachhaut keine Schäden davonträgt.

2. Fenster einsetzen
Das Dachflächenfenster muss eingepasst, ausgerichtet, justiert und rundherum abgedichtet werden. Wer hier nicht wirklich geübt ist, sollte diesen Arbeitsschritt besser dem Fachmann überlassen. Die Folgen unsachgemäßer Arbeit können nämlich verheerend sein: Leckagen am Fenster zeigen sich manchmal erst nach Monaten, wenn die Wärmedämmung bereits komplett durchfeuchtet ist.

3. Dämmung verstärken
Je dicker die Wärmedämmung, umso niedriger die Heizkosten. Reicht die Stärke der Dachsparren nicht aus, bringt man eine Konterlattung auf, zwischen die wiederum Dämmfilze geklemmt werden. Präzises Arbeiten ist auch hier Pflicht, andernfalls entstehen Kältebrücken, über die wertvolle Heizenergie – und damit bares Geld – verloren geht.

4. Dampfsperre aufbringen
Sie verhindert, dass die in der Raumluft gebundene Luftfeuchtigkeit in die Wandkonstruktion eindringen, dort kondensieren und schließlich die Wärmedämmung durchfeuchten kann. Auch hier gilt: Unbedingt sorgfältig arbeiten, gerade in Raumecken und bei Fensteröffnungen, wo Feuchtigkeit besonders leicht kondensiert.

5. Dampfsperre abdichten
Eine als Dampfsperre aufgebrachte Folie wird am ehesten an den Stellen durchlässig, an denen sie auf Latten getackert wurde. Um dies zu verhindern, lässt man die anschließende Bahn überlappen und verklebt beide Bahnen miteinander. So entsteht eine Schicht, in die tatsächlich keine Luftfeuchtigkeit eindringen kann.

6. Flächen verkleiden
Mit Hilfe von Rigips- oder Gipsfaserplatten werden sämtliche gedämmten Flächen verkleidet. Stromkabel und Wasserleitungen müssen bereits zuvor verlegt und dann an der entsprechenden Stelle durch die Verkleidung geführt werden. Dabei ist Vorsicht geboten, dass die Dampfsperre nicht beschädigt wird.

7. Giebel verkleiden
In Dachgeschossen wurden die Giebel früher oft nur einschalig gemauert – was sie zu perfekten Wärmelecks machte. Daher müssen auch diese Flächen gedämmt und verkleidet und die Fugen anschließende verspachtelt werden.

8. Fußboden dämmen
Die Geschossdecken zum Dach hin sind natürlich nicht schallgedämmt. Soll später nicht jedes Geräusch im Raum darunter zu hören sein, muss nachgerüstet werden. Dazu können Dämmmatten oder Schüttgut (zum Beispiel aus Kork) dienen. Wichtig: eine Lattung, auf die anschließend der Bodenbelag montiert wird.

9. Neuen Boden verlegen
Für den Bodenbelag kommen Holzdielen oder Verlegeplatten in Frage, auf denen dann Teppichboden, Parkett, Linoleum oder Laminat verlegt werden kann. Soll im Dachgeschoss ein Bad entstehen, muss der Boden perfekt abgedichtet werden, zum Beispiel mit Gussasphalt.

10. Schallbrücke vermeiden
Um Schallübertragungen zu vermeiden, darf der Bodenbelag keinen Kontakt zu den umliegenden Wänden haben. Dies erreicht man, indem man etwa die Dielen mit dem Zugeisen einpasst. Außerdem sollten die Latten, auf denen der Boden liegt, mit Filzstreifen vom alten Boden „entkoppelt“ werden.

(Quelle: Schwäbisch Hall)