Sicherer Fahrplan zum Hausbau

Bauherren sind regelmäßig von der Expertise und Erfahrung von Bauunternehmen abhängig, schließlich sind sie zumeist Laien und können nur bedingt alle wichtigen Punkte des Baus überblicken.

Sollte es während oder nach dem Bau zu Mängeln, Reklamationen oder Schwierigkeiten bei der Auslegung des Vertrages kommen, sind Bauherren in der Nachweispflicht und haben äußerst schlechte Karten, vor allem wenn der Baufortschritt nur unzureichend dokumentiert wurde und Vertragsdetails viel Raum für Auslegungen lassen.

Wir geben Ihnen einige Tipps zur Hand, wie Sie dieses Risiko eindämmen können.

Unabhängige Experten beauftragen

Wie zuvor angesprochen, müssen Bauherren häufig den Aussagen der Bauunternehmer Glauben schenken, was nicht immer die beste Art der Beratung darstellt. Diese Gruppe ist nämlich zunächst einmal an sich selbst interessiert, sodass die Empfehlungen immer auch etwas einseitig sind, was schnell hohe Zusatzkosten verursachen kann. Um die Objektivität zu wahren und als Außenstehender auf Vergleichsmöglichkeiten zurückgreifen zu können, empfiehlt sich die Beauftragung eines den Bau begleitenden Sachverständigen. Eine Art Qualitätskontrolle hilft, die Verhandlungsposition des Bauherrn zu stärken und bewirkt außerdem, dass gemeinhin sichtbare Mängel schneller behoben werden können. Manche Bereiche nämlich sind bei Fertigstellung nur äußerst mühsam und kostenintensiv zu korrigieren, deren Aufwand nicht immer auf den Bauunternehmer abgewälzt werden kann, aufgrund der zuvor angesprochenen Nachweispflicht.

Hinsichtlich der Regelungen der EnEv, der Energieeinsparverordnung, muss zu jedem Zeitpunkt des Baus die korrekte Ausführung aller einzelnen Gewerke sichergestellt werden. Nach einem Urteil des OLG Brandenburg (Urteil vom 02.10.2008, Aktenzeichen 12 U 92/08) nämlich stellt ein Verstoß gegen die hier gemachten Vorgaben einen Mangel dar. Mithilfe des sogenannten Blower-Door-Tests, einem Verfahren zur Überprüfung der Luftdichtheit des Gebäudes, kann die zielgerichtete und konforme Ausführung des Bauvorhabens kontrolliert werden. Diese Regelung betrifft in erster Linie den Bauunternehmer, doch Sie selbst sind auch für die Sicherheit der Baustelle verantwortlich. Neben dem Aufstellen von Verbotsschilder für die Baustelle sind Sie zusätzlich dafür verantwortlich, dass die Zugänge zum Bau gesichert sind und äußere Bereiche nicht durch die Arbeiten beschädigt werden.

Bauschäden vorbeugen

In vom Bergbau geprägten Regionen wie dem Ruhrgebiet ist es häufig so, dass ganze Straßenzüge dieselben Mängel und Beeinträchtigungen aufweisen, die gänzlich dem früheren Tagebau zuzuschreiben sind. Es ist daher unablässig, den Baugrund durch ein Baugrundgutachten zu untersuchen, um die Fertigstellung des Bauvorhabens nicht zu gefährden. Die hierfür anfallenden Kosten sind bei Weitem geringer als der spätere Aufwand für die Beseitigung von Bergbauschäden, die die gesamte Statik des Hauses gefährden können. Unabhängige Vereine garantieren eine fachgerechte Untersuchung und stellen sicher, dass etwaige Schäden auch der Verwertungsgesellschaft des Bergbaus zuzuschreiben sind und Forderungen dargelegt werden können.