So vermeiden Sie schlechte Handwerker

Handwerker-Pfusch sorgt bei Bauherren für Ärger und schlaflose Nächte. Da rollt sich die frisch geklebte Tapete unschön von der Wand, der Laminat-Fußboden schlägt hohe Wellen und in der Küche tropft der Wasserhahn unaufhörlich.

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Unfähige und versagende Handwerker machen den Traum vom Eigenheim schnell zum Albtraum. Doch Sie können gegen Handwerker-Pfusch erfolgreich vorgehen und mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen finanziell vorbeugen. Allerdings müssen Sie dabei ein paar rechtliche Vorschriften beachten. Im Zweifelsfall hilft ein Blick ins Bürgerliche Gesetzbuch. 

Mit Vertrag gegen Handwerker-Pfusch vorbeugen

Als Faustregel gilt: Beauftragen Sie niemals einen Handwerker nur per Handschlag oder mündlicher Vereinbarung. Kommt es in einem solchen Fall zum Pfusch, haben Sie rechtlich gesehen schlechte Karten. Im Vertrag sind Details und Abgabetermin unbedingt festzuhalten, um bei Ärger etwas Konkretes in der Hand zu haben. Auch sollten Sie die beauftragten Handwerker nicht unbeaufsichtigt vor sich hin werkeln lassen, sondern ihnen während der Arbeit über die Schulter schauen. Schließlich sind Sie der Bauherr und müssen am Ende die oft gesalzene Handwerkerrechnung bezahlen. Sobald Sie Anzeichen von Pfusch bemerken, sprechen Sie den Handwerker darauf an. Idealerweise machen Sie sich laufend über den Fortgang der Arbeiten Notizen und fotografieren die einzelnen Arbeitsschritte. Das macht zwar etwas Arbeit, liefert Ihnen jedoch bei Handwerker-Pfusch wertvolle Beweise. Zum Thema finden Sie bei zuhause.de weitergehende Informationen .

Kostenlose Nachbesserung fordern

Das Bürgerliche Gesetzbuch verpflichtet den Handwerker nach Paragraf 633 BGB zu einer mängelfreien Abgabe der zu leistenden Arbeiten. Stellen Sie Mängel fest, können Sie kostenlose Nachbesserung fordern und dem Handwerker dazu eine Frist setzen. Zehn Tage gelten laut Auskunft des Verbandes privater Bauherren (VPB) als angemessen, ist der Handwerker-Pfusch dann immer noch nicht behoben, können Sie eine zweite Nachbesserung fordern. Und das, ohne bis dahin einen Cent an den pfuschenden Handwerker zahlen zu müssen. Versagt der Handwerker weiter, können Sie die Bezahlung komplett verweigern, einen anderen Betrieb beauftragen und dessen Arbeit dem Pfuscher in Rechnung stellen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich juristischen Beistand holen, ob eine Klage sinnvoll ist. Gefallen lassen müssen Sie sich Handwerker-Pfusch jedenfalls nicht.

Mängel schriftlich festhalten

Halten Sie Handwerker-Pfusch in jedem Fall vor der Abnahme schriftlich fest. Darauf weisen Fachverbände, Juristen und Verbraucherzentralen immer wieder hin. Dann sind Sie bei einer Kürzung oder Verweigerung der Zahlung rechtlich auf sicherem Boden.

Stellen Sie den Handwerker-Pfusch erst nach der Abnahme fest und kürzen dann, darf dummerweise der Handwerker auf Zahlung der vollen Rechnung klagen. Wachsamkeit und rechtzeitige schriftliche Mängel-Feststellung vor der Abnahme sind für Sie als Bauherr der beste Schutz vor finanziellen Verlusten durch Handwerker-Pfusch.