Der Flur: Der erste Eindruck, die erste Visitenkarte

Wenn Wohnung oder Haustür aufgehen, dann bietet der Flur bzw. der Eingangsbereich stets den ersten Eindruck von den Bewohnern der Behausung. Sie geben ihr erste – und oftmals wichtigste – Visitenkarte ab. Das bedenken viele Menschen nicht, die den Flur zum Mehrzweckraum machen – vielfach zwangsweise, häufig genug aber auch absichtlich. Was kann diesen Raum schön(er) machen?

Der Eingangsbereich hat viele Namen. Entrée. Vorraum, Garderobe, Korridor. In vielen Mietwohnungen ist der Eingangsbereich alles zugleich, wobei der verfügbare Raum fast immer zu knapp bemessen ist. In dem kleinen, meist unpraktisch gestalteten Raum sind diverse Funktionen zu ermöglichen: Kleiderablage – Platz für Schuhe – Schirmständer – Schrank oder Gestell für Handschuhe, Taschen usw. – Spiegel – Ablageflächen. All das muss normalerweise in einem Raum geschehen, der, bedingt durch die verschiedenen Zimmertüren, ohnehin schon zu wenig Wandflächen aufweist. Es kommt dazu, dass das Entrée den erst Ansturm auffangen muss. Eine einwandfreie Ordnung wird daher kaum je möglich sein. Die Einrichtung soll daher so gestaltet sein, dass der Raum trotz relativer Unordnung noch ordentlich aussieht, ist er doch auch ein Stück weit eine Visitenkarte. Der Eingangsbereich hat primär Durchgangsfunktion und ist nie für längern Aufenthalt bestimmt. Aus diesem Grund kann man bei der Wahl der Einrichtung wie auch in Bezug auf Farbwahl und Gestaltungsideen unkonventionell arbeiten. Die komplizierte Aufgabenstellung lässt sich mit nicht alltäglichen Lösungen oft leichter bewältigen, lustige Ideen können den kleinen Bereich zudem auflockern. Auch wenn der Flur in den Vereinigten Staaten überhaupt nicht existiert, ist er aus europäischen Wohnungen nicht mehr wegzudenken. Er fungiert als zentrales Verteilerkreuz, ist Vorraum zu den eigentlich “wichtigen” Räumen und wegen seines praktischen Nutzens unentbehrlich. Ließ der Grundriss in der Vergangenheit nicht sehr viel mehr zu, als im Flur Spiegel, Garderobe, Telefontischchen und Schuhschrank unterzubringen, scheint sich auch hier ein Wandel zu vollziehen. So wird der Einrichtung und der Ausstattung des Flures heute mehr Beachtung geschenkt. In Bauplänen wird der Flur nicht mehr als der einfache Schlauch zwischen den Zimmern eingezeichnet. Vielmehr wird ihm mehr Fläche zugestanden und diese variantenreich gestaltet. Auch die deutsche Möbelindustrie hat sich auf diese neue Entwicklung eingestellt. So bieten die Möbelhersteller unter anderem moderne und multifunktionale Ankleidesysteme mit Handschuhfach und Hutablage an. Diese Tendenz wird sich weiter entwickeln und sich der Flur in Zukunft durch gute Designideen verändern und individualisieren.