Einbauküche planen: Tipps für eine praktische und durchdachte K...

Eine Einbauküche zu planen ist nicht leicht. Mit diesen Tipps vermeiden Sie die häufigsten Planungsfehler.

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Für den Kauf einer neuen Küche sollte man sich genügend Zeit lassen. Die Planung und Gestaltung einer Einbauküche ist nicht so einfach. Selten ist der Raum für die eigenen Wunschvorstellungen und Ideen auch wirklich geeignet. Beschränkungen gibt es darüber hinaus natürlich auch durch den finanziellen Spielraum. So müssen bei der Küchenplanung durchaus Kompromisse gemacht werden. Besonders ärgerlich ist es aber, wenn man später im Alltag feststellt, dass man sich in einem wesentlichen Punkt verplant hat. Das kommt in der Praxis leider häufiger vor. Da stellt man plötzlich fest, dass der Herd viel zu hoch ist oder dass ein Einbaukühlschrank doch nicht die beste Wahl war. Mit diesen Tipps vermeiden Sie die typischen Fehler, die bei der Planung einer neuen Küche gemacht werden können.

Küche rückenfreundlich planen: Achten Sie auf die Ergonomie

Für Einbauküchen gibt es Standardmaße. Die individuelle Körpergröße der Köchin oder des Kochs wird dabei selten berücksichtigt. Ein Fehler, wie sich leider erst in der täglichen Nutzung herausstellt. Wenn nach dem Plätzchenbacken Nacken und Rücken schmerzen, ist die Arbeitshöhe nicht optimal. Deswegen wird heutzutage empfohlen, die Höhe der Arbeitsflächen an die individuelle Körpergröße anzupassen. Hierbei sollte man sich an den Körpermaßen der Person orientieren, die am häufigsten in der Küche tätig ist. Wenn sich mehrere Personen eine Küche teilen, muss ein Mittelweg gesucht werden.

  • Die einfachste Lösung ist es, alle Arbeitsflächen sowie auch Herd und Spüle in einer Höhe zu planen.
  • Als Faustregel gilt: Die Höhe der Arbeitsflächen sollte ungefähr 15 cm unterhalb der Ellenbogenhöhe liegen.
  • Alternativ können einzelne Arbeitsbereiche wie zum Beispiel der Herd abgesenkt werden, um die Ergonomie in diesem Bereich zu verbessern. Analog kann die Spüle für große Menschen erhöht werden, um eine gebückter Haltung beim Spülen zu verhindern.
  • Denken Sie aber daran, dass die Reinigung der Küche durch unterschiedliche Höhen erschwert ist. Bei einem abgesenkten Herd entstehen rechts und links zusätzliche Flächen, an die das Fett beim Braten spritzen kann. Zudem ist die Bewegungsfreiheit beim Kochen eingeschränkt. Der lange Stiel einer Pfanne kann zum Beispiel bei einer solchen Lösung nicht nach außen gedreht werden.
  • Wer unter Rückenproblemen leidet, sollte sich darüber hinaus nicht für eine Eckspüle entscheiden. Denn bedingt durch die Bauweise, muss man sich bei dieser Variante beim Spülen etwas weiter nach vorne beugen.

Halten Sie die Wege in der Einbauküche kurz

Denken Sie bei der Planung Ihrer Einbauküche vor allem praktisch. Natürlich soll die Küche auch schön aussehen, aber die Alltagstauglichkeit sollte das wichtigste Kriterium sein. Stellen Sie sich vor, wie Sie später in Ihrer neuen Küche arbeiten werden. Planen Sie die Anordnung von Schränken, Kühlschrank, Herd und Spüle so, dass die Wege möglichst kurz sind. Die wichtigsten Kochutensilien sollten am Herd griffbereit sein. Dementsprechend befinden sich neben dem Herd idealerweise größere Schubladen für Pfannenwender, Kochlöffel, Dosenöffner et cetera. Halten Sie den Abstand zwischen Herd und Spüle so klein wie möglich. Denn häufig passiert es beim Kochen, dass man mit einem Topf mal eben an den Wasserhahn muss oder etwas schnell in die Spüle gelegt wird. Liegt das Spülbecken dem Herd gegenüber, muss die ganze Küche dabei durchquert werden. Der Abstand zwischen Kühlschrank und Herd hingegen sollte bewusst etwas größer gewählt sein. Denn der Energieverbrauch eines Kühlschranks hängt auch vom Standort ab. Allgemein wird empfohlen, Kühlgeräte nicht in der Nähe von Wärmequellen aufzustellen. Der Kühlschrank für die Einbauküche ist ein Kapitel für sich. Für die Planung Ihrer Küche finden Sie hier Tipps und Anleitungen zum Thema Kühlschränke.

Am praktischsten sind tatsächlich die klassischen Küchenanordnungen wie die einfache Küchenzeile mit dem Herd in der Mitte zwischen Kühlschrank und Spüle oder aber die L-förmige Küche, sofern es die Räumlichkeiten zulassen. Ein Küchenblock in der Mitte des Raumes kann ebenfalls helfen, die Wege zu verkürzen. Diese Variante ist für große Küchen empfehlenswert.

Sorgen Sie für genügend freie Arbeitsflächen in Ihrer Küche

Bei einer kleinen Küche muss man in der Praxis die meisten Kompromisse machen. Häufig wird der Fehler gemacht, nicht genügend freie Arbeitsfläche einzuplanen. Wenn Herd und Spüle in die Arbeitsplatte eingelassen wurden, sollte immer noch genügend freie Fläche zu Verfügung stehen, auf der sich alle typischen Küchenarbeiten erledigen lassen. Denken Sie auch daran, dass einige Arbeiten wie das Ausrollen von Teig reichlich Platz benötigen. Planen Sie außerdem Platz für Ihre Küchengeräte wie Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher oder Kaffeemaschine ein. Für sehr kleine Küchen gibt es heutzutage einige praktische Lösungen wie zum Beispiel zusätzliche Arbeitsflächen, die sich nach vorne ausziehen lassen.