Bequem leben im Alter: alters- und behindertengerechtes Wohnen

Menschen bleiben heutzutage länger fit, die Phase des Ruhestands dehnt sich aus. Daher sollte man rechtzeitig dafür Sorge tragen, diesen Lebensabschnitt besonders attraktiv, komfortabel und lebenswert zu gestalten. Wie man im Alter wohnt, entscheidet sich häufig schon in mittleren Jahren. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist es ratsam, vorausschauend zu handeln und an die veränderten Bedürfnisse im Alter zu denken: Hohe Schwellen, tiefe Sessel und kleine Schalter etwa können den Alltag dann zu einem Hindernislauf machen. Passen Häuser, Möbel und Produkte zu den körperlichen Bedürfnissen, erleben Senioren eine enorme Steigerung ihrer Lebensqualität.

Das wichtigste Möbelstück, verantwortlich für eine gute körperliche Tagesform, ist das Bett. Allein, weil der Mensch etwa ein Drittel seines Lebens darin verbringt, erfordert es erhöhte Aufmerksamkeit. Senioren sollten sich bequem setzen und wieder aufstehen können, zu niedrige Betten sind für ältere Menschen eine Qual. Auf dem Markt sind Betten mit elektronisch verstellbaren Kopf- und Fußteilen in seniorengerechter Höhe erhältlich. Angenehmes Liegen ermöglicht eine einteilige Matratze auf einem Lattenrost, deren einzelne Latten in der Spannung regulierbar sind, um sie dem Körperdruck individuell anzupassen.
Für Rollstuhlfahrer sollte die Matratze höher liegen als der Sitz des Rollstuhls, da sie beim Überwechseln auf das Bett nachgibt.

Bequem und körpergerecht

Die Sitzmöbel im Wohnzimmer, besonders der Lieblingssessel, sollten bequem und körpergerecht sein: Der Sitz ist höher, die Armlehnen ermöglichen das Abstützen beim Hinsetzen und Aufstehen, und die Polsterung ist fest.

Gutes Licht erhöht das Wohlbefinden. Das Tageslicht muss in der Anordnung der Möbel berücksichtigt werden. Eine angenehme künstliche Beleuchtung und vor allem eine gute Leseleuchte sind unabdingbar.

Der Essplatz braucht genügend Raum, der Tisch und alle übrigen Möbel sollten stabil und kippfest sein, damit sie Senioren als Stützhilfe dienen können. In der Küche sollten sämtliche Arbeiten von der Zubereitung der Speisen bis zum Geschirr spülen sowohl im Sitzen als auch im Stehen verrichtet werden können.
Wenn alle Sockel etwa 25 cm hoch und zurückgesetzt sind, steht gegebenenfalls auch dem Fußbrett eines Rollstuhls nichts mehr im Weg.

Für das Küchen- wie auch das Badezimmerfenster ist der Drehkippbeschlag mit einem niedrig montierten Fenstergriff die beste Lösung. Oberste Prämisse für eine seniorengerechte Wohnung ist die gute und einfache Nutzbarkeit. Das bedeutet, dass die Umgestaltung niemals nach einem vorgefertigten Standardkonzept vorgenommen werden kann, sondern individuell angepasst werden muss.

Alle alters- und behindertengerechten Accessoires – Handläufe und Griffe entlang der Wand, Ein- und Ausstiegshilfen, Ablageflächen in Greifhöhe an den Sanitärgegenständen – können, ja müssen unterschiedlich ausgeführt sein, je nachdem, ob ein Bewohner Links- oder Rechtshänder, von sehr kleiner oder großer Statur ist.

(Quelle: Schwäbisch Hall)