Haut ist nicht gleich Haut: Über Eigenschaften und Qualitäten vo...

Leder ist ein Naturprodukt mit allen Merkmalen des Lebens. Leder ist nun mal eine Tierhaut, die nicht industriell gefertigt werden kann. Und so, wie das Tier gelebt hat, sieht auch seine Haut aus: Sie hat Narben, Risse, Falten, Spuren von Insektenstichen und Verletzungen, die durch Beareitung nicht beseitigt werden können. Leder lebt und ist eines der schönsten Materialien, um ein Polstermöbel zu beziehen.

Leder erhält im Gerbprozess in verschiedenen Arbeitsgängen  seine Eigenschaften wie Dauerhaftigkeit, Geschmeidigkeit und die endgültige Farbe. Man unterscheidet dabei zwischen vegetabiler Gerbung (pflanzlich) und Chromgerbung (chemisch). Die Spuren, die das Leben in die Haut geschrieben hat, können dabei jedoch nicht entfernt werden. Die natürliche Haut ist auch unterschiedlich dick; für viele Verwendungszwecke ist sie zu dick. Vor dem Gerbprozess wird sie gespalten und damit auf die gewünschte Dicke gebracht. Dabei fallen unterschiedliche Qualitätsstücke an. Das gute Möbelleder ist immer ein Vollnarbenleder mit der Hautoberseite. Der Spalt, das heißt, der untere, dem Fleisch zugekehrten Teil des aufgespalteten Leders, eignet sich schlecht für Polsterbezüge. Bei der heute mehrheitlich angewendeten Chromgerbung erhält das Leder einen Blaustich, daher wird es anschließend gefärbt. Bei der Reinanilinfärbung sind, bedingt durch das unterschiedliche Aufnehmen des Farbstoffes durch das Leder, Schattierung in der Oberfläche nicht zu vermeiden. Dank dieses Farbspiels wirkt das Leder sehr natürlich. Bei dieser Färbung bleibt auch die Natürlichkeit im Griff voll erhalten. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Flecken erhält es noch eine Imprägnierung. Bei diesem Verfahren bleibt die natürliche Narbung erhalten. Je nach der Art der Imprägnierung ist die Oberfläche mehr oder weniger schmutzempfindlich. Gedecktes Leder ist ebenfalls ein eingefärbtes Leder, doch handelt es sich hier um Qualitäten, die nicht mehr ganz makellos sind. Sie erhalten einen getönten Lackfinish, mit welchem die Unregelmäßigkeiten überdeckt werden. Durch diesen Lackfinish wirkt das Leder nicht mehr ganz so natürlich wie bei der Reinanilinfärbung, dafür ist es unempfindlicher gegen Flecken und lichtechter.

Nappa-Leder
Nappa-Leder ist ein chromgegerbtes, mit Anilinfarben durchgefärbtes Leder. Seine Oberfläche wird nur imprägniert oder mit einem feinen, leicht pigmentierten Lackfinish ausgerüstet.

Veloursleder
Beim Veloursleder wird die Fleischseite nach außen gewendet und angeschliffen. Es erfährt eine besondere Behandlung und wird zum Schutz gegen Wasser und Schmutz imprägniert. Fälschlicherweise wird es oft auch als Samt bezeichnet.

Spalt-Leder
Der fleischseitige Teil des aufgespalteten Leders heißt Spalt. Spalt-Leder ist für Möbelbezüge schlecht geeignet.

Antik-Leder
Auf anilingefärbtem Leder, meist in hellem Farbton, wird anschließend eine dunkle Effektfarbe aufgetragen. Je nach Produkt wird in speziellem Verfahren am fertigen Polstermöbel die dunkle Farbe stellenweise wieder abgetragen und die Oberfläche nachbehandelt.

Genarbtes Leder
Hier handelt es sich meistens um gedeckt gefärbtes Leder, dessen Oberfläche mittels Matrize oder Stempel ein Narbenmuster aufgeprägt erhält. Aus diese Art lassen sich Unregelmäßigkeiten verdecken, ohne dass die Leder-Qualität darunter leidet.

Blankleder
Pflanzlich gegerbtes festes Rindleder, das als selbst tragendes Leder (ohne Polsterung) für Stuhl- und Sesselbespannung verwendet werden kann. Es wird auch auf speziellem Polsteraufbau eingesetzt.