Wintergärten: Wohnen unter freiem Himmel

Die Sonne in den kühleren Übergangszeiten von Frühling oder Herbst genießen, dabei gemütlich frühstücken, ein Buch lesen oder einfach entspannen – im Wintergarten wohnt man gewissermaßen „unter freiem Himmel“, ohne wirklich draußen zu sein. Bevor die Natur auf diese angenehme Weise ins Haus einzieht und zusätzlicher Wohnraum entsteht, ist durchdachte Planung angesagt.

Vor Planungsbeginn sollte in jedem Fall eine Voranfrage bei der zuständigen Baubehörde klären, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, worauf man beim Bau selbst zu achten hat und welche Auflagen zu erfüllen sind.
Die können je nach Bundesland verschieden sein, denn Baurecht ist Ländersache. Während beispielsweise in Sachsen Wintergärten bis 30 m2 Grundfläche weitgehend genehmigungsfrei sind, braucht man etwa in Hamburg für fast jeden Anbau eine Baugenehmigung.

Für sparsame Hausbesitzer ist ein Glasanbau eine relativ preiswerte Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Das ist auch eine gute Alternative, wenn ein massiver Baukörper aus baurechtlichen Gründen nicht genehmigt wird.

Die meisten Wintergarten-Konstruktionen werden aus Aluminium errichtet, doch eignen sich auch Holz und Stahl als Werkstoffe. Aluminium ist bei „Wintergärtnern“ beliebt, weil es sehr haltbar und vor allem pflegeleicht ist.

Bei Konstruktionen aus Holz ist es wichtig, dass durch eine gute Detailplanung Wasserstau und damit Fäulnisbildung vermieden wird.

Stahl war das klassische Material der Wintergärten des 19. Jahrhunderts. Wenn es heute verwendet wird, so zumeist deshalb, weil es große Spannweiten und die Verwendung recht schmaler Profile ermöglicht. Allerdings ist es deutlich schwerer als die anderen Werkstoffe.

Unverzichtbar: Luftaustausch und Beschattung Voraussetzung dafür, dass ein Wintergarten das ganze Jahr über als vollwertiger Wohnraum genutzt werden kann, ist neben einer einwandfreien Konstruktion und einer leistungsfähigen Heizung ein funktionierendes Be- und Entlüftungssystem.
Wie in den übrigen Wohnräumen auch, muss die Luft im Wintergarten regelmäßig ausgetauscht werden. Immerhin können dort an heißen Sommertagen Temperaturen von bis zu 80 °C herrschen. Daher braucht ein Wintergarten, Idealerweise in den Boden integrierte Zuluft Öffnungen. Die durch sie einströmende Luft erwärmt sich, steigt auf und wird durch Öffnungen im Dach wieder abgeführt.

Die Entlüftung übernehmen meist elektronisch gesteuerte Fensterklappen, die den Wintergarten jederzeit angenehm temperiert halten. Einige Hersteller bieten an Stelle von Lüftungsfenstern Systeme an, die Abluftöffnungen in der Dachkonstruktion verstecken. Bei Abluftklappen oder Fenstern gilt die Faustregel: Die Gesamtfläche, die geöffnet werden kann, sollte etwa 20 Prozent der Grundfläche des Wintergartens betragen.

Eine sinnvolle Führung der Wärmeströme ist ebenso wichtig wie eine durchdachte Beschattung des Glasanbaus.
Elektronisch gesteuerte Markisen, Jalousien oder Rollos helfen einen Hitzestau vermeiden.
Am effektivsten ist der außen liegende Sonnenschutz, da er im Unterschied zu innen liegenden Verschattungssystemen die Sonnenstrahlen erst gar nicht in den Raum eindringen lässt. Allerdings erkauft man sich diesen Vorteil auch mit einem höheren Preis.

Apropos: Wer sein Haus um einen Wintergarten erweitert, sollte sich darüber klar sein, dass er mehr Heizleistung braucht. Denn große Fensterflächen können die Wärme grundsätzlich schlechter speichern als eine massiv gebaute und gut gedämmte Wand.

(Quelle: Schwäbisch Hall)