Tipps zur Flurgestaltung: Vom Durchgangszimmer zum Raumwunder

Die Gestaltung des Eingangsbereiches benötigt besonderes Augenmerk. Fehlendes Tageslicht, schmale Gänge und wenig Stellfläche beschreiben die Situation vieler Flure. Praktische Lösungen geben die Experten der DIY Academy

„Längsstreifen machen nicht nur schlank, sondern strecken auch“, weiß Annekatrin Reichelt, Kurs-Trainerin bei der DIY Academy. Ein kurzer Flur wirkt länger, wenn zum Beispiel Laminat- oder Holzpaneele längs verlegt werden. Diagonale Fliesenmuster können einen Raum ebenfalls optisch weiten. Umgekehrt lassen quer verlegte Bodenelemente lange Dielen kürzer erscheinen. „Wer einen neuen Boden verlegen möchte, sollte helle Holzsorten und Fliesen bevorzugen.“, rät Reichelt. „Sie verleihen dem Raum mehr Helligkeit und sorgen für ein freundliches Ambiente.“ Niedrige Decken strecken Das gleiche Gestaltungsprinzip gilt auch für Wände und Decken. Grundsätzlich sollten kleine, enge oder dunkle Räume in hellen Farbtönen gestrichen werden. Für die Decke im Flur empfiehlt sich klassisches Weiß, eine dunklere Farbe würde ebenso wie eine Holzdecke eher drückend wirken. Für hohe Decken hat die Kurs-Trainerin einen einfachen Malertrick: „Beim Streichen der Decke lässt man die Farbe einige Zentimeter in die Wände übergehen, so dass am oberen Wandabschluss ein gleichmäßig breiter Randstreifen entsteht. Dies verkürzt die Wände und lässt die Decke niedriger erscheinen.“ Farben bewusst einsetzen Wer auf kräftige Farben setzt, kann diese als Akzentuierung einsetzen. Zum Beispiel in einem Streifenmuster: Vertikale Streifen sorgen für optische Höhe und heben einen Bereich des Flures hervor. Horizontale Streifen ziehen einen kleinen Flur stromlinienförmig in die Länge. „Farbige Wandstreifen haben einen praktischen Nebeneffekt“, so Reichelt. „Etwa in Hüfthöhe angebracht können sie mögliche Gebrauchsspuren kaschieren, die an einer weißen Wand deutlich mehr auffallen würden.“ Bei der Auswahl der Farben sollte man auf strapazierfähige und wischbeständige Dispersionsfarben achten. Als Alternative kommen Roll- bzw. Dekorputze in Frage. Sie sind stoß- sowie kratzfest und daher äußerst robust. Sehen und gesehen werden Licht bringt Orientierung und kann im Flur auch als Gestaltungselement eingesetzt werden. Neben den klassischen Deckenleuchten können Strahler an einem Stangen- oder Seilsystem diese Aufgabe übernehmen. Der Vorteil ist, dass sie großflächig Bereiche ausleuchten und punktuell Akzente setzen können. Überkreuzen sich die Lichtausschnitte der Strahler, geben sie einem engen Flur mehr Weite. In die Decke eingelassene Leuchten verleihen kleinen Dielen optische Höhe. Sie beleben den Raum und sorgen als dimmbare Varianten für stimmungsvolle Lichtakzente. Neben der Grundbeleuchtung sind weitere Lichtquellen im Garderobenbereich oder am Spiegel hilfreich. Das Licht am Spiegel sollte dabei möglichst weich und blendfrei sein. Gut geeignet sind beispielsweise beidseitig angebrachte Wandleuchten. Wichtig: Wandfluter nicht zu niedrig anbringen. „Strahler in Stangen- oder Seilsystemen sollten so eingestellt sein, dass sie nicht in den Spiegel, sondern auf die Wand links und rechts neben dem Spiegel leuchten“, lautet ein Tipp der Trainerin. Kreativ einrichten Je nach Familiengröße sind im Flur einige Schuhe und Jacken unterzubringen. Für besonders schmale oder verwinkelte Eingangsbereiche ist es oft schwierig, passende Möbel zu finden. Sie sollen nicht ausladend sein, aber genug Stauraum bieten. Eine Möglichkeit sind flexible Systemmöbel, die durch ihren Aufbau die volle Raumhöhe ausnutzen. Nach Bedarf können Einlegeböden für Schuhe und Kleiderstangen eingesetzt werden. Selber bauen empfiehlt sich auch für alle, die individuell wohnen möchten. Aus einfachen Garderobenhaken und einer MDF-Platte aus dem Baumarkt lässt sich beispielsweise eine originelle Garderobe bauen. Dazu wird eine Platte mit einer gemusterten Tapete oder mit Akzentfarben gestaltet, mit Garderobenhaken versehen und an der Wand befestigt. „Wichtig ist, dass der Untergrund geeignet ist. Auch Schrauben und Dübel müssen aufeinander abgestimmt und belastbar sein.“, erklärt Reichelt. „Diese Garderobe ist nicht nur einmalig, sie schützt auch die Wand vor den sonst üblichen Gebrauchsspuren.“, ergänzt die DIY Academy-Trainerin. Weitere Informationen unter www.diy-academy.eu